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![]() MusicBlog: Best of Besetzung2. Juni: Der Frühling kommt, die Ständer auch, der Austropop erobert die Welt, und wir sind reif für Gugging. So der Titel eines Stücks von Stefan Weber. Es spielen die Weberknechte. Nur eines von vielen Highlights anlässlich 30 Jahre Arena. Gestern haben Acts wie Denk, Willi Resetarits, Papermoon, Andy Baum und Houseverstand die Geburtstagsfeierlichkeiten eröffnet. Mit dem ersten von zehn geplanten Open Air-Konzerten in Folge. Das gleich mal wegen Schlechtwetters in die Halle verlegt werden musste. Attwenger müssen heute auch rein in die gute Stube. Was echt schade ist. Weil der Innenhof des ehemaligen Schlachthofes die mit Abstand schönste Freiluftbühne Wiens ist. Ö3 MusicBlogvon Clemens Stadlbauer aus der Ö3 Musikredaktion. Der Alltag hinter den Schlagzeilen. Was im Radio keinen Platz mehr hat, aber trotzdem interessant ist. Hintergründe und Einblicke. Ganz privat. Mit Meinung. Aber Achtung: It's only Rock'n'Roll. Passt auf, dass sie euch diesen Platz niemals wegnehmen! Hat Patti Smith 1998 gesagt, dem morbiden Charme der Arena gleich vom ersten Anblick an komplett verfallen. Klar daher, dass die New Yorker Rock-Poetin schon mehrere Male groß dort aufgespielt hat. Zuletzt voriges Jahr. Eines der besten Konzerte, die ich in dieser Location erleben durfte. Das absolute Highlight war für mich aber der gewohnt subtile Auftritt von Motörhead. Gegen Lemmys Brachialgewalt wäre sogar der Denkmalschutz machtlos gewesen. Ein paar Dezibel mehr und die altehrwürdigen Gemäuer wären weggebröckelt. Was Morrissey wiederum egal gewesen wäre. Der militante Vegetarier hat sich einst geweigert, in der Arena aufzutreten, weil er wegen der animalisch-blutigen Vergangenheit Bad Vibes auf dem Gelände befürchtet hatte. Nun regnet es also seit Tagen durch. Bon Jovi mussten im Rahmen ihrer Sommertour am Dienstag in Innsbruck sogar gegen Schneeregen ankämpfen (und gegen die Tiroler Zollbehörden, die Backstage eine Razzia hinsichtlich gültiger Arbeitsbewilligungen durchgezogen haben. Auf die Frage, was er beruflich so mache, hat Jon Bon Jovi gemeint, dass er selbständig sei …) Wichtigtuerische Meteorologen prophezeien ja schon den miesesten Sommer aller Zeiten. Dabei können sie oft nicht mal das Wetter von morgen richtig voraussagen. Schwachsinn also. Das seriöse Zentralinstitut für Open Air-Konzerte in Wien/Erdberg hat jetzt jedenfalls mal sicherheitshalber bis inklusive Montag alle Konzerte in die Halle verlegt. ![]()
Für Alkbottle sollte dann wieder die Sonne scheinen. Obwohl das symbolträchtige Datum eher den Untergang dieser vermuten ließe. Am 6.6.06 wollen die Bottle Buam jedenfalls an jenem Ort ihr großes Comeback feiern, wo sie vor Jahren ihr legendäres Abschiedskonzert gegeben haben. Ich kann mich noch daran erinnern. Bruchstückhaft zumindest. Denn beim Interview am Nachmittag waren alle Beteiligten, also auch der Redakteur, schon so bumm zu, dass wir fast nicht mehr aus dem Tourbus raus gefunden hätten. Der Name Alkbottle verpflichtet eben. Hoffentlich wird es nicht zu heiß. Und der Durst nicht zu groß. Andererseits. Auf den Dreißiger der Arena muss man schon anstoßen. Das fordert der Anstand. Man sieht sich bei einem Fanta light. ![]() Steckbrief Clemens StadlbauerClemens Stadlbauer, geboren 1963 in Steyr/OÖ, aufgewachsen in Linz. Studium der Theaterwissenschaft und Publizistik in Wien und Los Angeles. Wichtigste berufliche Stationen: Redakteur und Chefredakteur bei einem Privatradiosender und Magazinen, seit 1998 Musikredakteur beim Hitradio Ö3. Veröffentlichungen: Die größten Pechvögel des Jahrhunderts (1999), Die Glücksfalle (2002), Der letzte Handyaner (2002) (gemeinsam mit Andrea Fehringer und Gerald Reischl). 2004 ist "Quoten Killer", sein erster Roman, erschienen. |
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