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Buntes Treiben auf der Regenbogenparade
Polizeiuniformen, Außerirische, Engelsflügel oder Körperbemalung: Viele Teilnehmer der 16. Regenbogenparade auf der Wiener Ringstraße haben in Sachen Styling ihrer Fantasie freien Lauf gelassen.
Trotz des trüben Wetters gab es am Samstagnachmittag auch viel Haut es zu sehen - vor allem in Form von nackten Oberkörpern. Dabei waren nicht nur Männer oben ohne unterwegs, sondern auch Frauen.
Einige Teilnehmerinnen bedeckten ihre Brüste mit BHs, andere gar nur mit bunter Bemalung. "Nackt fühle ich mich nicht. Aber so herzukommen hat schon viel Überwindung gekostet", erklärte ein barbusige Dame der APA. Besonders hoch im Kurs standen in Sachen Styling die Regenbogenfarben. So gab es Engels- und Schmetterlingsflügel oder eben auch Körperbemalung in dieser Farbkombination.
Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums des Internationalen Frauentags wurde die Parade heuer von Frauen, den "Lesbians' Pride", angeführt. Ganz an der Spitze fuhren die Motorradtruppe "Dykes On Bikes". Ihnen folgten die "Queer Business Women" in einem Cabrio. Dann kamen die rund 40 Gruppen, darunter viele mit Trucks oder bunt geschmückten Gefährten.
Besonders originell war die Gruppe "Bio-logisch andersrum", die statt auf einen Truck auf einen Traktor setzte. Die Gruppenmitglieder waren in Lederhosen und Dirndl gekleidet. Eine Kutsche fuhr auch vor, allerdings wurde sie nicht von Pferden, sondern von Menschen gezogen. Mit von der Partie war heuer wieder Hermes Phettberg, der in einem Fahrradtaxi über den Ring kutschiert wurde.
Für Partystimmung unter den Teilnehmern wie auch bei den Tausenden Schaulustigen am Straßenrand sorgte die passende Musik: Auf vielen Fahrzeugen waren Lautsprecher installiert, aus denen Techno- und Discomusik schallte. Am Ende des Zuges sorgten die mit Regenbogenfahnen geschmückten Wägen der Straßenreinigung für eine saubere Ringstraße.
Heuer prämierte erstmals eine Promi-Jury die originellsten Trucks und Kostüme. In der Jury saßen unter anderem Moderator Alfons Haider, Musicalsänger Uwe Kröger und Modedesigner La Hong. Kröger zeigte sich ganz begeistert über das Styling der Paradenteilnehmer: "Es ist toll zu sehen, was sich die Leute so überlegt haben." Alfons Haider machte sogar schon einmal verkleidet bei der Parade mit: "Als König von Siam", erinnerte er sich.
Die Regenbogenparade ist eine Demonstration gegen die Diskriminierung von Homosexuellen und Transgender-Personen. Auf diesen politischen Hintergrund wurde trotz der Feierstimmung nicht vergessen. Auf Plakaten hielten die Teilnehmer Forderungen und Slogans fest: "Alle Frauen sind lesbisch, außer denen, die es nicht wissen", "Zivilcourage zeigen! Diskriminierung und Homophobie bekämpfen" oder "Verstecken ist out" stand etwa zu lesen.
Positive Bilanz
Laut Organisator Christian Högl, Obmann des Vereins Hosi (Homosexuelle Initiative), kamen rund 110.000 Menschen zur Veranstaltung. Insgesamt zog Högl eine positive Bilanz: "Die Stimmung war wirklich sehr ausgelassen." Zwischenfälle hätte es keine gegeben. Einziger Wermutstropfen sei der Regen bei der Abschlusskundgebung gewesen, dadurch hätten nicht so viele Besucher wie sonst dort feiern können. (APA)
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