Der Mythos lebt: Falco wäre 50
Pünktlich zu seinem 50. Geburtstag hat Falco mit "Hoch Wie Nie" in den Ö3 Austria Top 40 2007 den Sprung von Null auf Platz eins der Single- und der DVD-Wertung geschafft.
Falco wurde als Hans Hölzl am 19. Februar 1957 in Wien geboren. Er starb bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik am 6. Februar 1998.
Man kann von Falco denken, was man will. Seine Bedeutung, nicht nur für die heimische Musikszene, ist unbestritten. Mit ihm hielt erstmals deutschsprachiger Rap Einzug in die heimischen Plattenregale. Sprachkünstler H. C. Artmann meinte gar: "Falco ist ein Dichter."
Was Falco auf jeden Fall war: eine gelungene Kunstfigur. Über die Person Hans Hölzl wissen hingegen nur die wenigsten bescheid - ganz im Sinne Falcos, wie ein Zitat aus seiner Biographie von Peter Lanz unterstreicht: "Ich war nie so hochnäsig wie Nena. Ich möchte, dass die Menschen einmal von mir sagen, der Kerl ist arrogant, er ist dumm, er ist ganz normal, er ist sehr nett, zum Teufel, wir wissen eigentlich nicht, was wir von ihm halten sollen."
Die neuen "Männer des Westens"
22 Jahre nach dem Erscheinen verpasste der deutsche Top-Produzent Thorsten Börger, der schon für das Album "Out Of The Dark" mit Falco zusammenarbeitete, dem Song "Männer des Westens" ein komplett neues Soundgewand. Einzig die Stimme stammt aus dem Original von 1985.
Der beliebteste Falco-Song: 21,08 Prozent der "oe3.ORF.at"-User stimmten 2007 für "Jeanny". Auf Platz zwei schaffte es "Junge Römer" (11,6 Prozent). Auf Platz drei: "Out Of The Dark" mit 10, 98 Prozent.
Auf den Namen Falco kam Hans Hölzl durch den DDR-Skispringer Falko Weisspflog.
Aus der Schule zu Drahdiwaberl
"Ich bin ein Grenzgänger, der immer wieder auch mit seinem Leben spielt", sagte Falco über sich selbst. Eine Einschätzung, die jeder Phase seines Lebens voll und ganz entspricht. Schon als Jugendlicher wollte er sich den Vorgaben der Gesellschaft nicht fügen. Er verließ daher mit 16 die Schule, um sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Mit Gelegenheitsjobs hielt er sich über Wasser und absolvierte vorzeitig den Präsenzdienst.
Der Griff zur Bassgitarre legte schließlich den Grundstein für eine einzigartige Musikkarriere. Nach kurzer Zeit am Wiener Musikkonservatorium und ersten Auftritten während seiner Zeit in Berlin, spielte er Ende der 70er-Jahre mit Spinning Wheel und dem Ersten Wiener Musiktheater, der späteren Hallucination Company. Schlussendlich landete er beim sozialkritischen Wiener Rock-Kabarett Drahdiwaberl rund um Mastermind Stefan Weber, wo er nicht nur Bass spielte, sondern sich auch als Sänger hervortat.
Nicht nur ganz Wien lag ihm zu Füßen
Ab diesem Zeitpunkt ging es karrieremäßig steil bergauf. "Ganz Wien (...ist heut auf Kokain)", seine erste Komposition für die Band, erhielt im Radio Spielverbot, sorgte damit aber für großes Aufsehen. Falcos erster Solo-Titel "Der Kommissar" machte ihn schlagartig berühmt und verkaufte sich 6,5 Millionen Mal. Die Single wurde der erste deutschsprachige Titel in den US-Charts. Es sollte nicht der letzte bleiben.

Das Album "Falco 3" brachte Falco einen bisher ungeahnten Höhenflug. Die Singles "Vienna Calling" und "Jeanny" wurden europaweit zum Verkaufsschlager. Mit "Rock Me Amadeus" schaffte es Falco als erster deutschsprachiger Popmusiker im März 1986 an die Spitze der US-Charts. Nach 75 goldenen Schallplatten kam dann allerdings der Absturz: Drogen-Affären und familiäre Probleme stürzten den Star in eine tiefe Krise. Hinzu kam, dass die Nachfolgealben "Emotional", "Wiener Blut", "Data De Groove" und "Nachtflug" nicht an die früheren Erfolge anschließen konnten.
Flucht auf die Insel
1996 zog er in die Dominikanische Republik, wo er sich eine luxuriöse Villa und ein Tonstudio einrichtete und an seinem Comeback arbeitete. Als er am 6. Februar 1998 bei einem Autounfall ums Leben kam, waren die Aufnahmen für das geplante Album "Out Of The Dark" zum Teil fertig gestellt. Untersuchungen nach dem Unfall haben übrigens ergeben, dass Falco Alkohol und Kokain im Blut hatte. Die posthum veröffentlichte Single "Out Of The Dark" wurde ein großer Erfolg und trägt mit der letzten Textzeile maßgeblich zum Mythos Falco bei: "Muss ich denn sterben, um zu leben?"
Falcos unzählige Freunde und Kenner
Am 19. Februar 2007 hätte Hans Hölzel seinen 50. Geburtstag gefeiert. Würde er noch leben, er wäre erstaunt, wie viele Freunde, Verehrer und Kenner er mittlerweile hat. Schon zu Lebzeiten wusste der an Selbstbewusstsein nicht arme Falco, was er von den, wie er sagte, "Gfrastern" rund um sich zu halten habe. Sein Verhältnis zu Österreich war höchst gespalten, ein Zustand, der sich durch den großen Ruhm noch verkomplizierte.
Der Falke ist zurück
Mozart war gestern, heute ist Falco: Am 19. Februar 2007 wäre Österreichs größter Popstar 50 Jahre alt geworden. Rechtzeitig zum Jubiläum kam eine Best Of-Doppel-CD inklusive einer neuproduzierten Version von "Männer des Westens" und eine DVD in die Geschäfte.
Streit um Falcos Erbe entflammt
Um das Erbe des Kult-Austropoppers Falco ist ein giftiger Streit entflammt, der inzwischen das Wiener Straflandesgericht beschäftigt. Der Sachwalter der Mutter Falcos beanstandet Abhebungen von ihrem Konto in Millionenhöhe.
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