Ö3-Gamecheck "Mass Effect 2"
Die Macher von "Star Wars: Knights of the Old Republic" und "Dragon Age: Origins" wollen mit dem zweiten Teil der "Mass Effect"-Trilogie ein Stück Computerspielgeschichte schreiben. Ob das gelingt?
Plattform:
PC, Xbox 360
Genre:
Action-Rollenspiel
Spieleranzahl:
1 | Online: -
freigegeben ab:
18+ (PEGI)
erhältlich seit:
28.1.2010
UVP:
69,90 Euro für Xbox360
49,90 Euro für PC
Story
Zwei Jahre nachdem Commander Shepard die Invasion der Reaper zurückgeschlagen hat, deren Ziel die Zerstörung allen organischen Lebens war, ist ein neuer geheimnisvoller Feind aufgetaucht. An den Grenzen des bekannten Weltraums entführt irgendjemand ganze Kolonien der Menschen. Jetzt muss Shepard mit der rücksichtslosen Cerberus-Organisation zusammenarbeiten, die sich dem Überleben der Menschheit um jeden Preis verschrieben hat, und die schrecklichste Bedrohung bekämpfen, der die Menschheit je gegenüberstand. Um bei dieser riskanten Mission überhaupt eine Chance zu haben, muss Shepard ein Team aus den besten Spezialisten der ganzen Galaxie zusammenstellen und das mächtigste Schiff aller Zeiten befehligen. Und selbst dann, so sagt man, wäre es noch Selbstmord. Commander Shepard will allen beweisen, dass sie Unrecht haben.
Charakter-Import aus Teil 1
Die Xbox-360-Version macht es den Spielern einfach: Im Hauptmenü "Spiel starten" auswählen und dann den Punkt "ME1 Charakter importieren" bestätigen. Dann gibt man die Speichereinheit an und bestätigt seinen alten Helden. PC-Besitzer gehen einen Umweg über das Konfigurationsmenü des Titels. Dort klickt man den Punkt "Spielstände" und anschließend die Schaltfläche "Mass Effect 1 - Spielstände kopieren" an. Wählen Sie nun den Ordner, in dem die Speicherdaten liegen. Danach im Hauptmenü ein neues Spiel in "Mass Effect 2" und über die Option "ME1 Charakter importiere".
Gleich zu Beginn des Spiels hat man die Wahl, ob man in die Rolle eins weiblichen oder eines männlichen Commanders schlüpfen möchte.
Gameplay
Wer den ersten Teil von "Mass Effect" gespielt hat, kann Spielstände importieren und die Geschichte seines eigenen Commander Shepard fortsetzen. Neulinge können sich ihren eigenen Commander in einem Avatar-Editor zusammenstellen. Die Hauptaufgabe des Spielers ist es ein schlagkräftiges Team aufzustellen, um anschließend in den Kampf gegen die neue dunkle Bedrohung zu ziehen. Die Rekrutierungsversuche sind meist mit harten Kämpfen verbunden. Dabei erinnert das Spiel mehr an einen 3rd-Person-Shooter, als an ein Rollenspiel, und auch im Vergleich zum Vorgänger wurde der Action-Anteil deutlich erhöht. Commander Shepard kann im Kampf zwischen fünf verschiedenen Waffen auswählen und wird jeweils von zwei Crew-Mitgliedern auf seine Missionen begleitet. Hinzu kommen biotische Fähigkeiten, mit denen man Gegner betäuben, oder durch die Luft schleudern kann. Natürlich gibt es im Spielverlauf immer wieder ein paar Gelegenheiten für kleinere Nebeneinsätze. Auch die bekannten Minispiele aus dem ersten Teil wurden wieder integriert. So muss man etwa zum Hacken einer Tür Codezeilen auf einem Codefließband unter Zeitdruck erkennen und anwählen, beim Kurzschließen müssen mehrere passende Verbindungen zusammengeschlossen werden – ähnlich dem guten alten "Memory".
Steuerung
Sobald man im Kampfmodus am Boden ist, wirkt das Spiel extrem dynamisch und schnell. Zwar sind die Kämpfe sehr unflexibel und Runden basierend ausgelegt, doch "Mass Effect 2" zeigt sich im Kampf als sehr starker 3rd-Person-Shooter mit optimalem Deckungssystem. Auch das neue Design der Menüs ist ansehnlich praktisch. Die wichtigsten Funktionen und Waffen sind in einem intuitiven HUB angelegt und immer griffbereit.
Grafik & Sound
Technisch spielt "Mass Effect 2" durchgehend auf hohem Niveau. Atmosphärischer Soundtrack, wunderschöne, und vor allem lange Videosequenzen und eine synchronisierte deutsche Sprachausgabe. Kurz: Cineastisch!
Tipp: Die englische Originalfassung ist deutlich besser vertont als die deutsche Ausgabe. Wer mit English kein Problem hat, sollte unbedingt umschalten!

Fazit
Ausnahme - "Mass Effect 2" beweist, dass es auch wirklich gute Fortsetzungen im Computerspiel-Universum gibt. Technisch wie grafisch leistet sich das Spiel wenige, aber dafür besonders nervige Fehler: wie zum Beispiel die etwas doofe KI und monotonen schlauchartigen Levels. Besonders in der PC-Version müssen noch einige Patches nachgereicht werden. Ansonsten überzeugt "Mass Effect 2" sowohl auf PC und auf Konsole. Das etwas ausgedünnte Gameplay könnte Rollenspiel-Fans enttäuschen, aber der Spielfluss ist gut, die Kämpfe spannend und die Dialoge schlicht hervorragend. Es ist ein Spiel mit Hirn und Herz. SiFi-Action-Fans werden bei einer durchschnittlichen Spielzeit von 40 - 70 Stunden gut bedient.
Das Spiel bekommt von mir 8 von 10 Gamecheck-Points.
Wichtig!
Das Spiel ist definitiv nichts für Kinder und nur für Spieler ab 18 Jahre geeignet. Falls Sie als Elternteil sicher gehen wollen, dass Ihr Nachwuchs das Spiel nicht zwischen die Finger bekommt, gibt es hier die Anleitung, wie man die Kindersicherung der Spielkonsole aktiviert.
"Mass Effect 2" vorab für Sie auf Xbox360 getestet von Shin Chang

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