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„House of Cards“: Kevin James als Ersatz für Kevin Spacey?

Die Vorwürfe gegen Oscarpreisträger Kevin Spacey (58) wegen sexueller Übergriffe mehren sich. Dem Portal „Buzzfeed“ zufolge warf über das Wochenende auch Harry Dreyfuss, Sohn des Schauspielers Richard Dreyfuss („Der weiße Hai“), Spacey sexuelle Belästigung vor.

Der Vorfall soll sich im Jahr 2008 zugetragen haben, als Harry Dreyfuss 18 Jahre alt war. Mittlerweile werfen mehr als zehn Männer dem „House of Cards“-Star Spacey vor, ihnen gegenüber sexuell übergriffig geworden zu sein.

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Wie alles angefangen hat

Angefangen hatte alles mit Vorwürfen des Schauspielers Anthony Rapp (46, „Star Trek: Discovery“), der über sexuelle Übergriffe durch Spacey berichtet hatte. Spacey habe sich in therapeutische Behandlung begeben, erklärte eine Sprecherin.

Trennung und Ausschluss

Der Internet-Streamingdienst Netflix zog unterdessen die Notbremse und trennte sich von Spacey. Am Set der Polit-Dramaserie „House of Cards“ ist Spacey nicht mehr willkommen. Netflix schloss ihn am Freitag von der weiteren Mitarbeit aus. In der Serie spielte Spacey den skrupellosen US-Präsidenten Frank Underwood.

"Netflix wird an keiner weiteren Produktion von „House of Cards" beteiligt sein, bei der Kevin Spacey dabei ist“, hieß es in der Mitteilung des Streamingdienstes. Man wolle weiter mit der Produktionsfirma Media Rights Capital (MRC) über die Zukunft der Serie nachdenken. Dreharbeiten für die sechste Staffel der Serie liegen derzeit auf Eis. Die Serie hatte ohnehin nach dem Ende der sechsten Staffel enden sollen.

Online-Petition fordert Ersatz

Wenn es nach den Stars der Serie geht, soll der Comedy-Schauspieler und „King of Queens“-Star Kevin James den gefeuerten Kevin Spacey ersetzen. „Eine große Show zu verlieren ist schwer, egal wie die Umstände sind“, heißt es im Aufruf der Online-Petition auf change.org.

Over 20,000 people have signed a petition to have Kevin James replace Kevin Spacey as Frank Underwood in "House of Cards." Shared from New York Post's "Page Six." #kevinspacey #kevinjames #lifewithkevin #netflix #sexualharrassment #sexualmisconduct #frankunderwood #petitions #petition

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Die australische Petitionsinitiatorin Robbie Pymaerklärt darin: „Ich denke, Kevin James kann ‚House of Cards‘ zu einem weltweit beliebten Franchise wie ‚Game of Thrones‘ erheben und die Konzentration der gesamten Welt auf eine der wichtigsten Netflix Original-Serien lenken, die es gibt“. Fast 35.000 Fans weltweit haben bereits unterschrieben. Auf Instagram basteln Fans bereits Plakate für die „neue Serie“.

MY president #kevinjames #houseofcards @netflix

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Der Weinstein-Skandal

Spacey ist einer von mehreren Hollywood-Größen, die sich derzeit mit Vorwürfen der sexuellen Belästigung und des Missbrauchs konfrontiert sehen. Auch gegen Filmproduzent Harvey Weinstein (65) kamen neue Anschuldigungen ans Licht. Die Schauspielerin Paz de la Huerta („Boardwalk Empire“) sagte dem TV-Sender CBS, dass Weinstein sie 2010 zweimal vergewaltigt habe.

Die New Yorker Polizei bestätigte, dass die Vorfälle untersucht würden. Bei früheren Vorwürfen hatte Weinstein nicht-einvernehmlichen Sex bestritten. De la Huerta behauptet, Weinstein habe sie im November 2010 in ihrer New Yorker Wohnung vergewaltigt, nachdem er sie nach Hause gebracht und darauf bestanden habe, dass sie ihn auf einen Drink ins Haus lässt. Dort habe er sie aufs Bett gedrückt und vergewaltigt, sagte Ermittler Robert Boyce.

Da sich Weinstein außerhalb New Yorks in Therapie befindet, wäre ein Haftbefehl notwendig, um ihn festzunehmen, sagte Boyce. Die Polizei sammle derzeit weiter Beweise. Wäre Weinstein weiter in New York und wäre der Fall erst vor kurzer Zeit passiert, würde die Polizei ihn unmittelbar festnehmen, sagte Boyce.

Netflix kündigte zudem an, man werde den von Spacey produzierten Film „Gore“, in dem er die Rolle des Autors Gore Vidal spielt, nicht veröffentlichen. Auch Spaceys Sprecherin und seine Agentur trennten sich von ihm.

Notrufnummer:

Anonymen Rat und Hilfe im Krisenfall bietet unter anderem die
Ö3-Kummernummer: 116 123
Rat auf Draht: 147
Telefonseelsorge: 142

(apa/ Anastasia Lopez)