Deutsches Unwort des Jahres 2017: „Alternative Fakten“

Wie in Österreich ist auch in Deutschland der Begriff „alternative Fakten“ zum Unwort des Jahres 2017 gewählt worden.

Der Ausdruck „alternative Fakten“ stehe „für die sich ausbreitende Praxis, den Austausch von Argumenten auf Faktenbasis durch nicht belegbare Behauptungen zu ersetzen“, begründete die Jury ihre Wahl weiter. Der Begriff stammt ursprünglich aus den USA. Die Beraterin von US-Präsident Donald Trump, Kellyanne Conway, sprach im Zusammenhang mit der falschen Behauptung, dass zur Amtseinführung des Präsidenten so viele Menschen wie nie zuvor auf der Straße gewesen seien, von „alternativen Fakten“.

Langenscheidt Wörterbuch
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Seit 1991 wird jedes Jahr ein Begriff zum Unwort gekürt, der gegen das „Prinzip der Menschenwürde“ oder gegen „Prinzipien der Demokratie“ verstößt, weil er gesellschaftliche Gruppen diskriminiere oder „euphemistisch, verschleiernd oder gar irreführend“ ist. Eine sechsköpfige Experten-Jury suchte im vergangenen Jahr in Deutschland das Unwort aus 684 verschiedenen Vorschlägen aus, von denen es knapp 20 Wörter in die engere Wahl schafften.

2016 war in Deutschland die Wahl auf „Volksverräter“ gefallen, zum österreichischen Unwort wurde „Öxit“ gekürt. „Vollholler“, eine Formulierung des ehemaligen Bundeskanzlers Christian Kern (SPÖ), ist aktuelles Wort des Jahres in Österreich.

(APA/AFP/dpa)