Papst Franziskus währt ein Smartphone ab - neben ihm ist ein pinker Luftballon

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Papst gegen Handy-Fotos: „Sogar Bischöfe machen es.“

Papst Franziskus hat die Gläubigen ermahnt, während eines Gottesdienstes nicht ihre Handys zu zücken und keine Fotos zu machen. Dompfarrer Toni Faber findet Handy-Fotos störend, zeigt aber auch Verständnis für’s Fotografieren.

Es mache ihn „so traurig“, wenn er eine Messe feiere und so viele Mobiltelefone in der Luft sehe, sagte Franziskus bei seiner wöchentlichen Audienz vor tausenden Menschen auf dem Petersplatz in Rom.

Nicht nur die einfachen Gläubigen, auch Priester „und sogar die Bischöfe“ holten manchmal ihre Handys heraus, beklagte der Pontifex Maximus. „Also bitte! Die Messe ist kein Spektakel.“ Wenn der Priester an einer Stelle des Gottesdienstes sage: „Erhebet Eure Herzen“, sage er eben nicht: „Erhebet Eure Handys, um ein Foto zu schießen“, kritisierte der Papst. „Nein, das ist hässlich.“

Der Vergleich: Papstwahl 2005 und 2013

Die riesige Menge an Gläubigen, die 2013 ein Foto vom neu gewählten Papst Franziskus bekommen wollte, zeigt: Auch heilige Stätten sind beliebte Objekte der digitalen Fotografie.

How the world has changed: St. Peter's Square in 2005 and 2013

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„Stört, aber Hauptsache, man ist mit Herzen dabei.“

Toni Faber kennt das Thema gut. Er ist Pfarrer im Wiener Stephansdom, den jährlich 5,6 Millionen Menschen besuchen und wahrscheinlich eine Vielzahl an Handy-Fotos schießen. Er erlebt wie oft hunderte während der Messe fotografieren.

„Ich verstehe, wenn sich die Menschen etwas von der heiligen Messe mit nach Hause nehmen wollen,“ sagt er im Ö3-Interview. Für ein Handy Verbot in Kirchen ist er allerdings nicht: „Es ist störend, aber es ist nicht mein vorrangiges Anliegen, weil ich glaube, ich werde der Sache nicht Herr werden.“

Der Ö3-Wecker mit Robert Kratky, 09. November 2017 (afp/MB)