Hubert von Goisern

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Hubert von Goisern feiert heute seinen 65. Geburtstag

Mit seiner unkonventionellen Art mischte Hubert von Goisern die Volksmusik-Szene auf. Dabei blieb der Österreicher bodenständig und mied das Scheinwerferlicht. Nach seinem größten Erfolg tauchte er nun wieder ab.

Jahrelang stand die Ziehharmonika nur in der Ecke. Hubert von Goisern verschmähte das Geschenk seines Großvaters. Sie sei ein „greisliches Instrument“, dachte der Österreicher. Erst eine alkoholreiche Nacht veränderte alles. „Einmal hatte ich eine ganze Flasche Schnaps intus und war so nudeldicht, dass ich beschlossen hab, das Ding zu zerreißen, was natürlich nicht ging“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. Der Klang habe ihm dann aber so gut gefallen, dass er regelmäßig zu spielen begann.

Auf Reisen liest er keine Zeitung - dann geht für ihn die Sendung auf!

Feierlichkeiten gibt es keine, auch Interviews lehnt der medienscheue von Goisern ab. Zwei Jahre lang, bis Ende 2018, wolle er sich wieder aus der Öffentlichkeit fernhalten, sagte sein Münchner Manager. Die Auszeiten brauche er für sein Seelenheil. „Bin ich auf Reisen, lese ich meist keine Zeitung und entgehe dieser Flut an Negativmeldungen. Dann geht automatisch ein bisschen die Sonne auf“, sagt von Goisern. Seiner Kreativität tut das keinen Abbruch.

Geburtstagsglückwünsche von Folkshilfe:

Hubert von Goisern

Hitradio Ö3/Wolfgang Pfleger

2014 war Hubert von Goisern zu Gast beim Ö3-Weihnachtswunder.

Zur Welt kam der Musiker als Hubert Achleitner im Kurort Bad Goisern im Salzkammergut. Mit zwölf Jahren bekommt er einen Musiklehrer, der den Grundstein für seinen Werdegang legt. Seine Mitgliedschaft in einer der sieben ortsansässigen Musikkapellen war nur von kurzer Dauer, weil er sich beklagte, dass Frauen und Modernes keinen Platz im Verein hätten. Der Rauswurf folgte.

Sein Künstlername ist ein Racheakt

Sein Künstlername Hubert von Goisern sei später ein Racheakt für die Engstirnigkeit seiner Heimat gewesen. Denn die Ortsväter waren unzufrieden, wie er die Volksmusik neu interpretierte. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten ist er aber an der Spitze angekommen - und die Kritiker im Ort sind verstummt.

„Ich will mich verschwenden!“

Ruhiger treten will von Goisern künftig nicht, auch wenn er sich zwischenzeitlich der Öffentlichkeit entzieht. Er wolle nichts für das Jenseits aufsparen, wie er dem Magazin „Woman“ sagte: „Ich will mich verschwenden! Es hat keinen Sinn, sich zurückzuhalten.“

„Ö3-Wecker“ mit Philipp Hansa und Lisa Hotwagner, 17. November 2017 (dpa/JP)