Moritz Stephan

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Test in der Wüste: Wiener Schüler bauen Mars-Messgerät

Forscherinnen und Forscher des Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF) simulieren drei Wochen lang in der Dhofar Wüste im Oman eine Marsmission. Mit dabei ist auch ein Messgerät gebaut von Wiener Schülern.

In zwanzig bis dreißig Jahren könnte es soweit sein, dass erstmals Menschen den Roten Planeten betreten. Davor wird aber fleißig auf der Erde getestet. Wenn die Mars Simulation „AMADEE-18“ am 8. Februar im Oman anläuft, wird auch getestet, ob ein Wiener Schul-Projekt fit für den Mars ist.

Schüler tüfteln ein Jahr lang in Wien

Drei Schüler waren es zu Beginn - jetzt sind es nur noch Moritz Stephan und Julian Rothenbuchner, die im Tüftler-Team mitarbeiten. Mit ihrem Lehrer der Sir Karl Popper Schule haben die Schüler den Mars-Rover „Tumbleweed“ (deutsch: „Steppenroller“) entwickelt. Es ist ein kugelförmiges Messgerät mit Segeln, das - nur durch den Wind angetrieben - über den Mars rollen und dabei Daten sammeln soll. Zum Beispiel: Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Bilder. Jetzt wird aber erst einmal in der omanischen Wüste ausprobiert, ob alle Messgeräte funktionieren und ob der „Tumbleweed“ so rollt, wie er soll.

Benannt ist das Mars-Messgerät wegen seiner Fortbewegung durch den Wind nach einer Pflanze: Steppenroller sind nicht fest mit dem Boden verwachsen, rollen also über die Steppe. Die Form des „Tumbleweeds“ haben die Schüler in animierten Simulationen perfektioniert. Für die Tests auf der Erde hat der Prototyp einen Durchmesser von zwei Meter. Auf dem Mars soll er mehr als doppelt so groß werden, um mehr Anschubfläche für den Wind zu bieten.

Moritz Stephan

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Wo soll man landen?

Die Idee ist, dass - bevor Menschen am Mars landen - viele „Tumbleweeds“ auf den Polen des Roten Planeten ausgesetzt werden sollen. Sie würden im wahrsten Sinne „vom Winde verweht“ und könnten so verteilt über den Planeten auskundschaften, wo der beste Standort für eine Mars-Basis wäre.

Für die aktuelle Mars-Testmission auf der Erde, wurde unterdessen schon ein perfekter Wüstenstandort gefunden. „Wir haben diese 12. Analog-Mission über 1,5 Jahre geplant und letztlich hier zu sein, in dieser großartigen Trostlosigkeit, macht uns stolz.“ sagt der Field Commander des ÖWF Gernot Grömer.

Googeln und Modellflugzeuge

Im Ö3-Interview erzählt einer der Schüler, der 17-jährige Moritz Stephan, wie sie sich neben dem Lernen für die Matura technisch fit für das „Tumbleweed“-Projekt gemacht haben: „Das war größtenteils einfach Google. Wenn man sich dafür interessiert und bereit ist, Zeit zu investieren, kann man durch Internetrecherche sehr weit kommen. Und mein Kollege Julian hat viel Erfahrung mit Modellflugzeugen, also kennt er sich gut bei Dingen wie Stromversorgung aus.“

Moritz Stephan

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Moritz Stephan zeigt ein Bild aus Toulouse. Dort haben die Schüler mit ihrem Mars-Rover den internationalen Odysseus Wettbewerb - den größten Weltraum-Wettbewerb für Jugendliche in Europa - gewonnen. In den Oman hat der Wiener sein „Tumbleweed“ allerdings nicht begleiten können. „Ich wäre sehr gerne dabei, aber auf den Mars fliegen die Konstrukteure von einem Mars-Rover dann auch nicht mit.“

Ö3-Drivetimeshow mit Philipp Hansa, 6.Februar 2018 (Max Bauer)