Mädchen

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Feministische Pop-Hymnen zum Frauentag

In der Geschichte des Pop gibt es zahlreiche Songs, in denen es um Frauenrechte und fehlende Gleichberechtigung geht, aber auch darum, wie Frauen zu Kämpferinnen für ihre Rechte werden. Von Aretha Franklins Hymne „Respect“ (1967) über die Girl-Power-Ära der Spice Girls bis hin zur Pop-Queen Beyoncé, die für ein Comeback des Feminismus in der Mainstream-Kultur gesorgt hat.

Als die feministische Hymne schlecht hin gilt bis heute die von Aretha Franklin interpretierte Version des Songs „Respect“.

Aretha Franklin

ullstein - Fehr, Gertrude / Ullstein Bild / picturedesk.com

1967 ist in den USA die Bürgerrechtsbewegung auf ihrem Höhepunkt. In diesem Jahr covert die Soullegende Aretha Franklin den Song „Respect“ und fordert darin mehr Anerkennung für Frauen. „Alles was ich verlange ist ein bisschen Respekt, wenn du nachhause kommst!“ Und weiter: „Ich mein‘ es ernst - Respekt, wenn du nach Hause kommst - Oder du könntest heimkommen und feststellen, dass ich gegangen bin“. Der Song wird zur Hymne der Bürgerrechtsbewegung und der Frauenbewegung.

Eurythmics feat. Aretha Franklin – Sisters Are Doing It For Themselves (1985)

1985 tun sich Aretha Franklin und das „Gesicht der 80er Jahre“, die britische Sängerin Annie Lennox vom Pop-Duo Eurythmics, zusammen und bringen „Sisters Are Doing It For Themselves“ heraus. Der Song wird ein Riesenhit und als „moderne feministische Hymne“ bezeichnet. “Wir verlassen jetzt unsere Küchen", singen die beiden, "denn es gibt etwas, das wir vergessen haben, euch zu sagen: Wir Schwestern kommen auch alleine klar, wir stehen auf unseren eigenen Füßen und brauchen keinen.“

Madonna – Express Yourself (1989)

Die Pop-Ikone der 80er und 90er, Madonna, war schon immer eine Tabu-Brecherin. Mit „Papa Don’t Preach“ singt sie gegen die Vorherrschaft der Männer und mit „Like A Prayer“ gegen die Moralvorstellungen der Kirche. Sie zeigt viel nackte Haut und tritt extrem selbstbewusst und stark auf. Viele hat Madonna damals geschockt, aber gerade für junge Frauen ist Madonna eine große Inspiration. 1989 erscheint „Express Yourself“.

Madonna

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In dem Song wird der Spieß umgedreht. Frauen sollen nicht Sexobjekt sein, sondern sagen, was sie wollen – im Bett und weiter interpretiert im Leben. „Gib dich nicht mit dem Zweitbesten zufrieden“, singt Madonna, „Zeig, was du willst!“ und: „Du verdienst das Beste im Leben.“

No Doubt – Just A Girl (1995)

1995 bringt die kalifornische Band „No Doubt“ den Song „Just A Girl“ heraus. Frontfrau Gwen Stefani gibt in dem Song zu verstehen, dass sie die öden Klischees über Frauen satt hat. Sie macht sich darüber lustig, dass Frauen ständig als das schwache Geschlecht dargestellt werden, und mit sarkastischem Unterton singt sie: „Ich bin nur ein Mädchen, total hübsch und zierlich, deswegen hab ich auch weniger Rechte.“

Spice Girls – Wannabe (1996)

Wo auch immer sie in den 90ern aufgetreten sind, haben sie „Girl Power” verbreitet, eine locker-flockige Variante des Feminismus: die fünf Spice Girls Emma, Geri, Victoria, Mel B und Mel C. In ihrem Debut-Song „Wannabe“ geht’s um weibliche Freundschaften und Solidarität unter Mädchen. „Wenn du mein Lover sein willst, musst du mit meinen Freundinnen klarkommen“, singen die Britinnen, „unsere Freundschaft soll niemals enden.“

Spice Girls

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Destiny‘s Child – Survivor (2001)

Wenn die Worte „Pop“ und „Feminismus“ fallen, darf ein Name nicht fehlen: Beyoncé. Auch mit ihrer früheren Band „Destiny’s Child“ hat sie Songs mit Frauen empowernden Botschaften herausgebracht. Der große Hit von Destiny’s Child, „Survivor“, erzählt die Geschichte einer Trennung. „Du hast gedacht, dass ich ohne dich schwach bin, aber ich bin stärker.“ Und: „Du hast gedacht, dass ich ohne dich traurig bin, da lache ich!“

Christina Aguilera feat. Lil‘ Kim– Can’t Hold Us Down (2003)

Mit gängigen Rollenbilder von Mädchen und Frauen endlich aufräumen, das will der Song „Can’t Hold Us Down“ von Christina Aguilera und Lil‘ Kim. Brav dasitzen, lächeln und keine eigene Meinung haben, geht für Christina Aguilera und Lil‘ Kim gar nicht. In den ersten Textzeilen des Songs heißt es: „Du traust mir keine eigene Meinung zu? Soll ich vielleicht den Mund halten, nur weil ich eine Frau bin? Du nennst mich Schlampe, weil ich sage, was ich denke.“ Der Song ermutigt Frauen aber auch dazu, Kämpferinnen für sich selbst und andere sein: „Uns kann keiner und uns wird keiner unten halten. Nie mehr.“

Christina Aguilera in einem rosafarbenen Kleid

Reuters

Lily Allen – Hard Out Here (2013)

Hard Out Here“ ist ein Song, in dem es um den Sexismus und die Oberflächlichkeiten im Musikbusiness geht. „Ich muss nicht mit meinem Hintern für dich wackeln, weil ich nämlich ein Hirn habe.“ Lily Allen beklagt sich auch über die Doppelstandards, die für Frauen gelten: „Wenn ich dir von meinem Sexleben erzählt hätte, würdest du mich eine Schlampe nennen. Über Jungs, die mit ihrem Liebesleben prahlen, regt sich niemand auf.“

Viel ist noch zu tun, was die Gleichberechtigung von Frauen anlangt. Daran erinnern der Internationale Frauentag am 8. März aber auch gar nicht wenige Pop-Songs.

„Ö3-Wecker“ mit Robert Kratky, 7. März 2018 (sase)