Prinz Harry beim Aids-Test

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Warum HIV schwer heilbar ist

Um einer möglichen Erpressung zuvorzukommen, hat Conchita Wurst auf Instagram ihre HIV-Infektion öffentlich gemacht. „Ich bin seit vielen Jahren HIV-positiv.“

Weiters schreibt sie: „Seit ich die Diagnose erhalten habe, bin ich in medizinischer Behandlung, und seit vielen Jahren unterbrechungsfrei unter der Nachweisgrenze, damit also nicht in der Lage, den Virus weiter zu geben.“ Ö3-Reporterin Anastasia Lopez hat Wolfgang Wilhelm von der AIDS Wien getroffen, um zu erfahren, wie das möglich ist.

Nicht infektiös

Conchita ist seit Jahren in medikamentöser Behandlung, und schafft es so, ihre Viruslast unter der Nachweisgrenze zu halten. Und das bedeutet auch, dass HIV-Infizierte kein Risiko haben, andere anzustecken. Heißt aber auch, dass sie bis ans Lebensende jeden Tag eine Tablette nehmen müssen.

HIV Grafik

Aids Hilfe Haus

Die Reaktionen auf das Insta-Posting sind vor allem positiv: Respekt liest man da zum Beispiel und viele Unterstützungswünsche. Unprominente HIV-Erkrankte haben es da oft schwieriger. Sie müssen oft damit kämpfen, dass Menschen zwischen HIV und AIDS nicht unterscheiden können - und das führt oft zu Diskriminierung und Ablehnung.

Unterschied zwischen HIV und AIDS

Der große Unterschied: HIV ist der Virus, mit dem man sich ansteckt, der die körpereigenen Abwehrkräfte schädigt. Erst wenn der nicht richtig behandelt wird, enstehen Folgekrankheiten, das nennt man AIDS.

HIV ist kein Todesurteil mehr!

Seit Jahrzehnten arbeitet man an immer besseren Medikamenten. Und dennoch. Ein Mittel für eine vollständige Heilung gibt es auch im Jahr 2018 immer noch nicht.

Den HI-Virus muss man sich ähnlich wie Grippeviren vorstellen, die sich immer wieder den Gegebenheiten anpassen. Bei HIV passiert das nur noch viel schneller. Was man in den vergangenen Jahren aber geschafft hat: Die Lebenserwartung von HIV-Infizierten ist mittlerweile genauso hoch, wie bei Menschen ohne Erkrankung. Vorausgesetzt man kennt seinen HIV-Status und lässt sich dementsprechend, eben auch wie Conchita, richtig behandeln.

Ö3-Reporterin Anastasia Lopez hat zu dem Thema recherchiert:

Die Situation in Österreich

Fakt ist: Jeden Tag gibt es in Österreich ein bis zwei Neuinfektionen. Und gerade weil die Forschung mittlerweile so weit ist, nehmen es viele auf die leichte Schulter.

Hier kann man seinen Status überprüfen lassen!

Das Wissen über HIV oder Aids ist immer noch erschreckend gering. Und: HIV-Erkrankte haben mit Vorurteilen zu kämpfen. Etwa, das man sie nicht küssen, oder ihnen die Hände schütteln sollte, oder auch, dass man nicht das selbe Besteck beim Essen verwenden soll. Da besteht aber definitiv keine Gefahr.
Mehr als 14 Millionen Menschen weltweit leben übrigens mit dem HI-Virus, ohne es zu wissen. Deshalb das Wichtigste vom Experte: Einmal im Jahr testen lassen!

Conchita: „Bin seit vielen Jahren HIV-positiv“

„Ö3-Wecker“ mit Philipp Hansa, 17. April 2018 (apa/MH/AL)