Vater und Tochter spielen gemeinsam ein Videospiel

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WHO macht Online-Spielsucht offiziell zur Krankheit

„Gaming Disorder“ oder „Online-Spielsucht“ kommt in den neuen Katalog der Krankheiten. Die Aufnahme ist unter Wissenschaftlern allerdings nicht unumstritten.

Menschen könnten durch die Klassifizierung von exzessivem Computer- oder Videospielen als Krankheit grundlos als therapiebedürftig stigmatisiert werden, sagen die kritiker. Bei der WHO sieht man das aber nicht so. Es heißt: Die Abgrenzung zwischen Spielspaß und Sucht ist klar definiert.

Der Katalog dient Ärztinnen und Ärzten als Hilfe bei der Diagnose. Zum anderen nutzen Krankenkassen ihn oft als Grundlage für Kostenübernahmen. Der Katalog enthält tausende Krankheiten. Die neue Version ist bereits die elfte Auflage. Die 10. Auflage stammte aus dem Jahr 1992, ist aber ständig aktualisiert worden.

Junge Männer zwischen 15 und 18 besonders betroffen

Das Anton Proksch Institut (API) in Wien begrüßt WHO-Anerkennung von Online-Spielsucht als Krankheit: „Weil es die Akzeptanz von Online-Gaming als Krankheit fördert und im besten Fall auch die Bereitschaft der Betroffenen erhöht, sich in Therapie zu begeben“, sagt Roland Mader, Abteilungsleiter und Experte für Online-Sucht am API.

Etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung sind davon schätzungsweise betroffen, fast ausschließlich handelt es sich dabei um junge Männer. Bei den 15- bis 18-Jährigen liegt die Zahl der Online-Gaming-Süchtigen Schätzungen zufolge sogar bei 4 Prozent.

(apa/MB)