Aretha Franklin

AP / picturedesk.com

Erinnerung an Aretha Franklin

Jeden Sonntag von 19 bis 22 Uhr präsentieren wir in „Solid Gold“ die größten Rock- und Popklassiker aus 50 Jahren Ö3.

In dieser, heute erstmals von Martin Edelmann präsentierten, musikalischen Zeitreise sind am Sonntag unter anderem Songs von AC/DC, Huey Lewis & The News, Paul McCartney, Annie Lennox, Blind Melon, Supermax, Styx, Falco, Madonna, Joe Cocker, The Blues Brothers, Michael Jackson, Wolfgang Ambros, Bob Marley & The Wailers, Ostbahn Kurti & Die Chefpartie, David Bowie und Aretha Franklin dabei. Die am 16. August verstorbene „Queen of Soul“ wird in dieser Ausgabe von Solid Gold gleich mit mehreren ihrer Klassiker gewürdigt.

Aretha Franklin
AP / picturedesk.com

Trauer um Aretha Franklin

Die Welt des Soul muss nun ohne die legendäre Aretha Franklin auskommen: Die „Queen of Soul“ verstarb am Donnerstag im Alter von 76 Jahren in Detroit, wie ihre Sprecherin bekanntgab. Die Sängerin hatte bereits 2010 ihre Krebserkrankung publik gemacht. Auch wenn ihr letzter Hit schon einige Zeit zurückliegt, hatte Franklin längst einen Status abseits des chartbasierten Startums erreicht.

Nach 18 Grammys, Hits wie „Respect“, „Chain Of Fools“ und „I Say a Little Prayer“, die längst eine Art Eigenleben entwickelt haben, hat Franklin einen festen Platz im Olymp des Soul. So wie die in Memphis im Südstaat Tennessee geborene und in Detroit aufgewachsene Franklin aus dem Soul nicht wegzudenken war, war der Gospel aus dem Leben Aretha Franklins nicht wegzudenken. Mit ihren Schwestern Carolyn und Erma, die beide ebenfalls Musikerkarrieren einschlugen, sang sie in den 50ern in der Kirche ihres Vaters. Der Pastor war selbst erfolgreicher Gospel-Sänger - der Ruhm seiner Tochter sollte seinen aber weit überstrahlen.

Aretha Franklin
Charles Sykes / AP / picturedesk.com

Schon mit 14 Jahren nahm Aretha Franklin ihre erste Gospel-Platte auf. Bald zeigte das Plattenlabel Motown Interesse, das später Stevie Wonder, Marvin Gaye und die Jackson Five mit Jungstar Michael Jackson unter Vertrag nehmen sollte. Aber Motown war damals noch ein kleines Start-up, und vom weltweit aus New York tätigen Label Columbia erhofften sich Vater und Tochter einen größeren Sprung nach vorn. In der Metropole gewöhnte Franklin sich dann auch daran, in Jazzclubs aufzutreten, darunter auch im damals elitären Village Vanguard.

Es war aber erst der Wechsel zum Label Atlantic, der den Soul aus der Afroamerikanerin herauskitzelte und unzählige Klassiker der Soul Geschichte produzierte.

Die Queen Of Soul schrieb Musikgeschichte

Als Franklin 1967 Otis Reddings Titel „Respect“ einsang, setzte sie sich damit nicht nur acht Wochen auf den ersten Platz der R&B-Charts, sondern an die Spitze der schwarzen Bürgerrechtsbewegung gleich mit. Für viele wurde Franklin ein Symbol für ein politisch turbulentes Jahrzehnt und für ein schwarzes, stolzes Amerika.

Aretha Franklin
Ron Bull / Zuma / picturedesk.com
Aretha Franklin 1996

Auch dank ihrer Auswahl an musikalischen Vorlagen hielt sich die Sängerin nach dieser Hochphase im Gespräch. Sie sang Stücke der Beatles, von Simon & Garfunkel und Sam Cooke, 1980 nahm sie mit George Michael ein Duett auf. Ihr eindringliches Klavierspiel, das sie auch im Kennedy Center in Washington wieder unter Beweis stellte, wurde wohl auch wegen der Kraft ihrer Stimme oft verkannt.

Auf dem 2014 erschienen Album „Sings the Great Diva Classics“ nahm Franklin sich Stücke von Gladys Knight und Barbra Streisand, aber auch der britischen Popsängerin Adele vor. „Was für großartige Musik! Ich habe mir gleich die CD gekauft“, sagte Franklin. Auch mit Soulsänger Babyface und Andre 3000 von der Rap-Kombo Outkast arbeitete sie bei dem Album zusammen. Ihren letzten Auftritt hatte sie im vergangenen November bei einer Party der Elton John AIDS Foundation in New York. Nun ist die vielleicht berühmteste Livestimme ihrer Zunft für immer verstummt.

„Solid Gold“ mit Martin Edelmann, 19. August 2018 (WD/APA/dpa)