Perchten

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Das war die große Diskussion zu Perchten!

Das war die große Diskussion am Donnerstag von 12 bis 14 Uhr im Hitradio Ö3: Null Toleranz, 0,0 Promille-Vorschriften und ein mega-Aufgebot an Sicherheitsleuten. Krampus- und Perchtenläufe bedeuten Ausnahmezustand in den Orten, in denen sie stattfinden. Vandalismus, Schlägerein, Verletzte - Gelebte Tradition oder unsinniges Brauchtum?

Denn jedes Jahr gehen damit einschlägige Schlagzeilen einher. Liegt das in erster Linie an den zotteligen, angsteinflößenden Protagonisten mit den Ketten, Ruten und Peitschen, ist der Alkohol Schuld, der bei solchen Veranstaltungen in Strömen fließt, oder sind die Zuschauer angeheizt durch die wilde Stimmung außer Rand und Band? Faktum ist, dass die Schlagzeilen im Nachhinein zum Diskutieren anregen. Diskutieren wir drüber, in dieser Woche, in der der größte Krampusumzug des Landes in Klagenfurt stattfindet, mit mehr als 1000 Krampussen und Perchten und 50.000 Zusehern.

Die gesamte Sendung zum Nachhören:

Perchten

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Unterschied zwischen Krampus & Percht?

Krampus- und Perchtenläufe zählen zu den ältesten alpenländischen Bräuchen aus heidnischer Zeit. Damals hat man Masken aufgesetzt, im Glauben, die bösen Geister des Winters vertreiben zu können. In der Vor- und Nachweihnachtszeit werden österreichweit diverse Umzüge veranstaltet. Vor allem in den Bundesländern Salzburg, Kärnten, Tirol und dem Salzkammergut.
Der Unterschied zwischen Krampus und Percht ist ein ganz Wesentlicher. Während der Krampus mit seiner Rute historisch gesehen in der Zeit Ende November, Anfang Dezember als Begleiter des Nikolaus auftritt, sind Perchten streng genommen erst ab dem 21. 12 in den Raunächten unterwegs. Die Perchten sollen mit ihren Glocken die bösen Geister des Winters vertreiben.

Frag das ganze Land - Spezial

In einem „Frag das ganze Land - Spezial“ bringen Gabi Hiller und Philipp Hansa dieses Thema auf den größten Diskussionstisch des Landes.
Betroffene, Experten, ganz Österreich und DU diskutieren gemeinsam am Donnerstag, den 29. November von 12 bis 14 Uhr, auf Ö3.

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Das waren die Gäste:

Gast 1:
Krampusläufer - Sascha Wolf, 33, aus Kapfenberg in der Obersteiermark

Er ist seit 17 Jahren als Krampusläufer unterwegs. Gemeinsam mit 9 anderen sind sie der Krampusverein D´Rotzbuam. Ihnen geht es vor allem darum, das Brauchtum der Krampusse in der Vorweihnachtszeit zu erhalten. Die negativen Schlagzeilen rund um Krampus- und Perchtenläufe ärgern Sascha, weil damit aus seiner Sicht ein falsches Bild entsteht.

Für Sascha gehören der Krampus und die Krampusläufe zur Vorweihnachtszeit dazu. Er investiert zwischen 1000 und 1500 Euro im Jahr für sein Outfit und vor allem für die Maske. Er sagt, dass die Rute beim Krampus ein Muss ist und die bei Läufen auch zum Einsatz kommt. Aber mit Maß und Ziel. Sascha warnt allerdings auch alle Eltern, die mit Kindern zu so einer Veranstaltung gehen. Kinder hätten in der ersten Reihe nichts verloren, weil Krampusse durch die Masken kaum etwas sehen, ihr Gesichtsfeld sei eingeschränkt und wenn da ein Kind mit der Rute gestreift wird, passiere das oft unabsichtlich.

Sascha kritisiert als Krampusläufer auch die Agressivität der Zuschauer, die sehr oft sehr provokant und betrunken sind und die Krampusse bei den Hörnern packen. Oft seien Ausschreitungen darauf zurück zu führen, dass Zuschauer ausrasten und nicht die Krampusse gewalttätig seien.

Es werden auch Gäste, die Opfer von Krampusläufen geworden sind, zu Wort kommen.

Opfer Krampus

privat

Du hast was zu sagen?!

Hast du etwas Positives oder Negatives erlebt?
Jede und jeder kann mitreden!

„Frag das Ganze Land - Spezial“ mit Gabi Hiller und Philipp Hansa, 29. November 2018 (Romana Nachbauer)