No Bros.

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Montag: No Bros im Treffpunkt Österreich

Sie sind fucking Rocklegenden. Aus Tirol heraus haben sie ihren Hardrock nach ganz Europa exportiert. Klaus Schubert, Gründer und Gitarrist von No Bros, feiert im „Treffpunkt Österreich“ das 45jährige Bandjubiläum mit neuem Album und viel Lieblingsmusik.

Das Erstaunlichste an ihrem 45jährigen Bandjubiläum ist wohl die Tatsache, dass sie noch am Leben sind. Denn ausgelassen haben sie rein gar nix. Am allerwenigsten auf ihren exzessiven Tourneen quer durch Europa, als Support von so Legenden wie Motörhead, Saxon oder Uriah Heep. Klaus Schubert war berühmt-berüchtigt für seine Showeinlagen, bei denen die Gitarren nur so durch die Gegend geflogen sind. Das macht er heute nicht mehr. Er will zwar auf der Bühne sterben, aber nicht so.

Seine markanten Gitarren-Riffs sind seine Signature. Im Idealfall erkennt man einen Song von No Bros schon am Intro, lange bevor der Gesang einsetzt. Walt Stuefer heißt übrigens der neue Shouter, den Klaus Schubert von seinem Nebenprojekt Schubert in Rock importiert hat, und der nun in die Fußstapfen des legendären Sängers Freddy Gigele tritt. Keine leichte Aufgabe, die er aber mit Bravour erledigt, und für das Wohlfühl-Klima innerhalb der Band ist er sowieso eine Bereicherung.

Zwischen Klaus Schubert und Freddy Gigele herrscht nämlich Krieg. Wenn zwei so ausgeprägte Diven aufeinander prallen, ist immer enormes Konfliktpotenzial gegeben. Außerdem schwingt da natürlich auch ein bisschen die Gitarristen-versus-Sänger-Problematik mit. Viele Jahre lang hat man sich zusammen gerauft, ist gemeinsam auf der Erfolgswelle gesurft, dann 1983 aber die erste Trennung, nachdem die Streitigkeiten eskaliert sind, 2014 die Wiedervereinigung, und kurz darauf das endgültige Zerwürfnis.

No Bros.

No Bros.

Der Streit beschäftigt mittlerweile Rechtsanwälte. Im November feiert nämlich der Ex-Frontman unter dem wenig originellen Namen No Bros feat. Freddy Gigele in Wien die Live-Premiere seiner neuen Band. Das kann Klaus Schubert, der die Band, zu der Freddy Gigele erst später dazu gestoßen ist, tatsächlich gegründet hat, so nicht hinnehmen. Im „Treffpunkt Österreich“ ist selbstverständlich das Original und nicht die Kopie zu Gast. Und klar, im Gespräch mit Ö3-Moderator Thomas Kamenar wird dieser Streit auch Thema sein.

Kompromisslos sind auch die Songs auf dem neuen Album „Eport of Hell“. No Bros legen nicht rasend viel Wert darauf, ihren Sound in der Jetzt-Zeit zu verhaften und mit modernen Sounds zu verschnörkeln. Im „Treffpunkt Österreich“ wird es aber mit „Love or hate me“, „This is No Bros“ oder der Neuaufnahme des Klassikers „Black Maiden“ Songs zu hören geben, die schön demonstrieren, dass die Band druckvoller denn je unterwegs ist. Und natürlich dürfen die Klassiker „Be my Friend“ und „Heavy Metal Party“ keinesfalls fehlen.

Auf der Playlist von Klaus Schubert, Träger des Goldenen Ehrenzeichens für Kunst und Kultur der Stadt Innsbruck, finden sich mit Deep Purple, Nazareth und Uriah Hepp gleich drei Bands, die er immer schon bewundert hat. Es geht in diesem „Treffpunkt Österreich“ aber nicht ausschließlich hart zur Sache. Mit Songs von Georg Danzer, Dew Mitch, Opus (bei einem von der Band 1979 in Pinkafeld organisierten Rockfestival lernen sie den legendären Ö3-Wecker-Moderator Gotthard Rieger kennen, der künftig als ihr Manager fungiert), mit Superfeucht, ABBA und Robbie Williams kommt auch der Pop genügend zur Geltung. Montag um 22.00 Uhr geht’s los.

Die Sendung der Vorwoche:

Ankathie Koi - Glam-Pop im Treffpunkt Österreich

Treffpunkt Österreich

Österreichische Musikerinnen und Musiker live zu Gast bei Ö3. Jeden Montag von 22.00 – 24.00 Uhr.

Die heimischen Acts, die hier vorgestellt werden, kommen aus den unterschiedlichsten musikalischen Genres – von Pop, Rock und Singer/Songwriting über Rap und Hip Hop bis hin zu Electronic und Dance.

Moderiert von:

Benny Hörtnagl
Thomas Kamenar

Song Contest
Clemens Stadlbauer

Milenko Badzic

Ö3-Reporter Clemens Stadlbauer

Aus der Ö3-Musikredaktion...

Ö3-Reporter Clemens Stadlbauer berichtet hier regelmäßig über aktuelle Trends und News aus der Musikwelt. Neben seiner Arbeit bei Ö3 hat er fünf Bücher veröffentlicht, darunter den Bestseller „Quotenkiller“. Stadlbauer ist verheiratet und Vater einer Tochter.




„Treffpunkt Österreich“ mit Thomas Kamenar, 21. Oktober 2019