Wien, Stadtpanorama, Blick über die Innenstadt mit Stephansdom -

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Wien macht das Rennen um den Song Contest

Die Entscheidung für die Austragung des Eurovision Song Contests im Frühjahr 2015 ist nach langen Verhandlungen auf Wien gefallen.

Ö3-Wecker mit Andi Knoll, 7. August 2014

Edgar Böhm zu Gast im Ö3-Wecker

ORF-Unterhaltungschef Edgar Böhm, seit kurzem Executive Producer für den Eurovision Song Contest, sagt im Ö3-Wecker, dass die Entscheidung über den Austragungsort keine leichte Entscheidung gewesen ist: „Es war klar, man hätte es in allen drei Städten (Wien, Graz und Innsbruck) machen können, es war ein absolutes Kopf-an-Kopf-Rennen.“

Nachhören: „Es lag nicht nur am Geld“

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Die Größe der Halle habe eine wesentliche Rolle gespielt, so Böhm: „Ein großer Vorteil der Stadthalle ist, dass wir den Greenroom direkt in die Halle hineinbauen können. Das ist auch für die Fernsehshow ein großer Vorteil.“ Auch das Image der Stadt habe eine entscheidende Rolle gespielt: „Wien steht für Weltoffenheit“, sagt Böhm.

Edgar Böhm

Hitradio Ö3

Nachhören: „Tickets gibt’s spätestens ab Oktober“

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Das Finale, für das Österreich als Ausrichterland fix gesetzt ist, wird am 23. Mai über die Bühne gehen. Die beiden Halbfinals sind davor am 19. und 21. Mai angesetzt.

Karten für den Songcontest wird es über die Eurovision-Homepage, die ORF-Homepage und über Ö-Ticket (spätestens ab Oktober) zu bestellen geben, so Böhm. Auch einige Jobs beim Jubiläumssongcontest in Wien sind noch zu vergeben: „Wir werden bis zu 700 bis 1000 Volunteers brauchen, um auch die ganzen Delegationen zu betreuen. Wir werden ganz viele Helfer in der Stadthalle und rundherum brauchen. Da wird es dann eine Stelle geben, wo man sich melden kann.“ Der nächste Schritt ist die Suche nach einem geeigneten Slogan, sagt Böhm im Ö3-Wecker.

Stadthalle bietet 29.000 Quadratmeter

„Wien liegt im Herzen Europas, steht in besonderem Ausmaß für Musik und Weltoffenheit, war Gastgeber zahlreicher Großereignisse und ist natürlich als Hauptstadt besonders geeignet, einen Song Contest für das gesamte Land zu veranstalten“, so ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz in einer Aussendung.

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Zahlreiche weitere Argumente sprachen am Ende wohl für die Wiener Stadthalle: Es ist die einzige Halle, in die der Green-Room in den Publikumsbereich integriert werden kann. Die Lage jenes Bereichs, in dem sich die Künstler und Delegationen vor und nach den Auftritten aufhalten, spiele für die Dramaturgie der Show eine wesentliche Rolle. Aufgrund der Hallenkapazität, die jene der Grazer Stadthalle sowie der Innsbrucker Olympia World übersteigt, sind außerdem die höchsten Ticketerlöse möglich.

Debatte: Was braucht ein Austragungsort?

Wiener Stadthalle

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Innsbruck: „Die Entscheidung ist etwas unverständlich"

EBU soll Wien präferiert haben

Ebenfalls angetan war man von der Akustik und den technischen Möglichkeiten der Wiener Stadthalle. Ein nicht unwesentlicher Aspekt für den Zuschlag Wiens ist andererseits, dass das Song-Contest-Team des ORF nicht übersiedeln muss. Das wäre naturgemäß mit hohen Kosten verbunden gewesen. Abgesehen von der Verkehrsinfrastruktur sowie dem kulturellen, touristischen und gastronomischen Angebot war auch eine Präferenz in EBU-Kreisen zu erkennen. Ein Grund dafür dürften internationale Sponsoren sein, für die Wien aufgrund der Bekanntheit und des Images als Musikstadt besonders attraktiv ist.

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Keine leichte Entscheidung

Der ORF hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. So habe es „drei sehr interessante Angebote“ gegeben, „die alle über unseren Erwartungen waren“, erklärte Wrabetz am Mittwochabend. „Nach sorgfältiger Prüfung und genauer Abwägung aller relevanten Parameter ist unsere Wahl auf Wien gefallen.“ Eine Wahl, mit der auch die EBU zufrieden scheint. „Wir sind über die ORF-Entscheidung, dass Wien die Host City des nächsten ‚Eurovision Song Contest‘ wird, sehr erfreut“, wird Executive Supervisor Jon Ola Sand zitiert. „Wir sind überzeugt, dass die Stadt über die Erfahrung, Menschen mit dem nötigen Know-how und die Einrichtungen verfügt, um Gastgeber des größten Unterhaltungsevents der Welt zu sein. Ich bin mir sicher, dass wir in Zusammenarbeit von Wien, ORF und EBU im Mai drei außergewöhnliche Shows erleben werden.“

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Wiener Stadthalle

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Nur kleinere Adaptierungen nötig

Die ESC-Austragung wird „ohne größere Umbauten“ möglich sein, erklärte eine Sprecherin der Stadthalle im Vorfeld. Kleinere Adaptierungen sind allerdings notwendig. Für das Wettsingen werde es etwa schallgedämpfte Reporterkabinen und eine erweiterte Energieversorgung mittels Generatoren brauchen. (APA/red)

Der weitere Fahrplan beinhaltet zudem die Vertragsunterzeichnung zwischen dem ORF und der EBU, zu der es im August kommen soll. Das Budget werde im Oktober vorgestellt, bevor im Dezember das „Final Theme Art“, also das Design für den Eurovision Song Contest 2015 fixiert werden soll. Mehr dazu in ORF.at