CDs und Bücher in einem Regal

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Bares Geld für alte CDs, Bücher und mehr

Gebrauchtes wegzuwerfen ist out. Recyceln heißt die Devise: Zu Hause bunkern wir immer mehr unbenutzte Gegenstände, oft im Wert von mehreren hundert Euro. Vor allem Bücher, CDs und Videospiele. Dadurch boomt auch der Markt an Secondhand-Anbietern im Internet. Denn auf diese Weise kann man mit gebrauchten Sachen einfach Geld verdienen.

„Ö3-Supersamstag“ mit Andi Knoll, 20. September 2014

Re-Commerce nennen Experten das An- und Wiederverkaufen von gebrauchten Produkten im Internet. Vereinfacht gesagt ist das nichts anderes, als einen Verkaufsstand gegen eine Online-Plattform zu tauschen. Dabei werden gebrauchte Artikel zuerst angekauft und dann wieder weiterverkauft. Der große Vorteil liegt für den Verkäufer im einfachen System, denn per ISBN oder Barcode wird nach einem Artikel gesucht und sofort auch ein Festpreis dafür angeboten. Im Anschluss können die gebrauchten Medien eingeschickt werden. Der Marktführer Momox mit Sitz in Berlin hat bereits 2006 dieses Geschäft für sich entdeckt. Nach und nach sind dann weitere Plattformen wie beispielsweise Zoxs, Cashfix, und Rebuy als Mitbewerber dazu gekommen.

Einfaches Prinzip für Weiterverkauf

Preisgestaltung
Der Ankaufspreis richtet sich vor allem nach Angebot und Nachfrage, d.h. wie oft hat ein Portal einen Artikel bereits auf Lager und wie stark wird dieser im Wiederverkauf nachgefragt. Ein weiteres Kriterium ist der aktuelle Marktpreis.

Auf der Webseite des Anbieters erfährt der Kunde, welche Produkte verkauft werden können. Dabei richtet sich der Preis nach dem Verkaufsrang, der davon abhängt, wie gut sich der Artikel wiederverkaufen lässt. Bei einem niedrigen Rang ist der Ankaufspreis demzufolge auch geringer. Gute Preise erzielen beispielsweise Fachbücher oder aktuelle Bestseller. Beträgt der Wert mindestens zehn Euro, senden Kunden die Ware per Post nach Deutschland, das Porto übernimmt in der Regel das Portal. Nach erfolgter Zustandsüberprüfung bekommt der Kunde sein Geld aufs Konto.

„Der Verkäufer verdient Geld aus seinen ungenutzten Gegenständen, der Käufer kommt an meist sehr gut erhaltene Ware für rund 30 Prozent des Originalpreises“, sagt Momox-Geschäftsführer Heiner Kroke im Ö3-Interview und ergänzt: „Vielen Verkäufern kommt es dabei nicht in erster Linie auf die Höhe des Erlöses an, sondern dass brauchbare Dinge nicht im Müll landen.“

CDs in einer Box

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Alte CDs sind bares Geld wert.

Von CDs bis Elektronik

Momox hat sich zu Beginn auf CDs und DVDs beschränkt, mit der Zeit sind dann Bücher, Videospiele, Tablets, Konsolen, Handys und weitere Elektronikartikel dazugekommen. 2007 ist ein eigener Onlineshop eröffnet worden, in dem mittlerweile täglich etwa 120.000 Produkte angekauft werden. Bis zu 200.000 Bestellungen werden pro Monat versendet. Allein aus Österreich sind im Vorjahr insgesamt über eine halbe Million Artikel angekauft worden. Heuer erwartet man eine Verdoppelung. Das Unternehmen beschäftigt für die Abwicklung 750 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz ist dabei zuletzt auf über 60 Millionen Euro angestiegen.

Erst vergleichen, dann verkaufen

Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer sehen den Vorteil dieser neuen Portale gerade bei Produkten, für die sich der Aufwand nicht lohnen würde, sie einzeln und oft sehr aufwändig etwa bei Ebay oder Willhaben anzubieten, sagt Georg Rathwallner, Leiter der Abteilung in Oberösterreich. Er macht aber darauf aufmerksam, dass für Produkte generell weniger gezahlt wird, als ihrem Zeitwert entspricht: „Die Portale müssen Versandkosten bezahlen, tragen das Risiko, auf den Waren sitzenzubleiben, müssen alle ihre Kosten decken und wollen dann natürlich auch noch etwas verdienen.“ Rathwallner verweist auch auf einen Test der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, der gezeigt hat, dass manche Portale für Produkte nach der Begutachtung oft weniger zahlen, als zuvor in Aussicht gestellt wurde. Der Experte empfiehlt daher den Versuch, insbesondere hochwertige Produkte, wie etwa Smartphones, oder Tablets, zuerst ohne Zwischenhändler an den Mann zu bringen. Wird man seine Waren nicht los, so kann man auf der Internetseite www.werzahltmehr.de online abfragen, welches Portal den besten Preis dafür bietet.