Reanimation: Übung an einer Puppe

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Erste Hilfe: Warum niemand Angst haben muss

Es sind die zahlreichen Unklarheiten und Mythen, die Erste Hilfe für viele zum Angstthema machen: „Man darf einem Motorradfahrer den Helm nicht abnehmen!“ Oder: „Wenn ich was falsch mache, werde ich verklagt!“ Oder: „Bei der Herzdruckmassage bloß nicht zu fest drücken, sonst breche ich die Rippen!“ usw.

Schon mal gehört? Ziemlich sicher, aber: Alles Blödsinn! Damit das Erste-Hilfe-Verständnis steigt und die Angst davor sinkt, will das Rote Kreuz jetzt mit den gängigsten Irrtümern rund um das im wahrsten Sinne des Wortes lebensrettende Thema aufräumen.

Mythos 1

„Besser nichts tun – sonst werde ich verklagt!“

Im Gegenteil: Richtig ist, sofort zu handeln! „Jeder kann Erste Hilfe leisten. Das einzige was man falsch machen kann, ist nichts zu tun“, erklärt der Rotkreuz-Chefarzt Dr. Wolfgang Schreiber. Es gibt bis heute keine einzige Verurteilung wegen geleisteter Erster Hilfe. Nichtstun ist hingegen strafbar: 2017 gab es 66 Verurteilungen wegen „Unterlassener Hilfeleistung“ und „Imstichlassen eines Verletzen“.

Mythos 2

„Bei der Wiederbelebung sanft drücken, sonst brechen die Rippen!“

Richtig ist: Festes, schnelles Drücken rettet Leben, denn nur so wirkt die Herzdruckmassage. Der Brustkorb sollte dabei um ein Drittel eingedrückt werden. „Drücken Sie dreißigmal schnell und kräftig mit dem Handballen auf die Mitte des Brustkorbes. Führen Sie dann zwei Beatmungen durch. Wiederholen Sie das solange bis die Rettung eintrifft oder der Verletzte wieder eigenständig atmet. Wenn Sie sich davor scheuen zu beatmen, führen Sie nur die Herzdruckmassage durch“, sagt Dr. Schreiber. „Rippen brechen selten, wenn doch ist das nicht lebensgefährlich – ein Atem-Kreislauf-Stillstand schon“, relativiert der Mediziner. Um bei der Herzdruckmassage den richtigen Rhythmus zu finden, rät der Chefarzt im Takt des Songs „Staying Alive“ von den Bee Gees zu drücken.

Eine Frau leistet Erste Hife

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Mythos 3

„Man darf Verletzte nicht bewegen!“

Dieser Irrtum kann tödlich sein. Richtig ist: „Verletzte, die bewusstlos sind und atmen, müssen in die stabile Seitenlage gebracht werden. Wichtig ist, dabei den Kopf zu überstrecken und den Mund zu öffnen, damit Blut und Erbrochenes abfließen kann“, sagt Dr. Schreiber. Ohne Überstrecken drohen Verletzte zu ersticken, da die Zunge in den Rachen rutschen und die Atemwege blockieren kann.

Mythos 4

„Der Motoradhelm darf nicht abgenommen werden!“

Richtig ist: Der Motorradhelm muss beim Bewusstlosen runter, sonst besteht Erstickungsgefahr. „Der Ersthelfer kniet oberhalb des Kopfes des Verletzten und richtet diesen vorsichtig gerade. Dann öffnet man das Visier und den Verschluss. Jetzt zieht man den Helm langsam vom Kopf – wichtig ist dabei den Nacken zu stützen“, sagt Dr. Schreiber. Erst danach kann die Atmung kontrolliert und mit lebensrettenden Maßnahmen, wie Wiederbelebung begonnen werden. Ist der Verletzte bei Bewusstsein, unterstützen Sie ihn bei der Helmabnahme.

Mythos 5

„Am häufigsten muss man bei Verkehrsunfällen Erste Hilfe leisten!“

Richtig ist: Platz eins der Unfallorte sind das eigene Zuhause und die nähere Wohnumgebung. Lediglich zehn Prozent der Verunfallten verletzten sich laut Kuratorium für Verkehrssicherheit 2017 im Verkehr. „Die meisten Notfälle passieren in der eigenen Familie. Umso wichtiger ist es, vorbereitet zu sein, wenn der Vater plötzlich bewusstlos auf der Couch zusammensackt oder sich die kleine Tochter an der Herdplatte verbrennt“, sagt Dr. Schreiber.

Erste-Hilfe-Koffer

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Und ACHTUNG - es geht so leicht!

Die Basics der Ersten Hilfe sind wirklich so einfach, dass wir sie sogar schon mal in 30 Sekunden im „1. Erste Hilfe-Kurs im Radio“ auf Ö3 vermittelt haben:

„Der 1. Erste Hilfe-Kurs im Radio“

Grundsätzlich empfiehlt das Rote Kreuz, das Erste Hilfe-Wissen alle fünf Jahre aufzufrischen. Dafür gibt es sowohl kostenlose E-Mail-Crashkurse als auch - natürlich noch wirksamer - klassische Erste Hilfe-Kurse in deiner Nähe:

Erste Hilfe-Kurse

„Ö3-Nachrichten“, 10. November 2018 (MM)