Zahlt sich ein E-Auto schon aus?

Die Regierung hat ihr E-Mobilitätspaket vorgestellt. Bald dürfen E-Autos auf Busspuren fahren, für sie gilt keine Luft-100er-Begrenzung und in vielen Städten zahlt man auch nichts fürs Parken. Zahlt es sich jetzt also aus ein E-Auto zu kaufen?

Wir haben uns das am Beispiel von Österreichs meistverkauftem Auto angesehen: Dem VW-Golf. Den gibt’s auch in der Elektro-Variante. Wer ein Elektro-Auto besitzt, hat mittlerweile viele Vorteile:

Hohe Anschaffungskosten für E-Autos

Mindestens 39.000 Euro kostet ein E-Golf - das ist fast doppelt so viel wie ein Golf mit Benzin oder Dieselmotor. Aber man sollte sich von den hohen Anschaffungskosten nicht gleich abschrecken lassen meinen Experten. Denn es gibt eine hohe staatliche Förderung von bis zu 4.300 Euro für ein E-Auto. Dazu kommt noch, dass die NOVA (Normverbrauchsabgabe) für E-Autos wegfällt. Im Fall des E-Golfs würde das 4-5 Prozent des Kaufpreises ausmachen.

Detailaufnahme von Ladesteckern an Elektroautos

Ilja C. Hendel / laif / picturedesk.com

Geringe laufende Kosten

Bei den laufenden Kosten haben E-Autos eindeutig die Nase vorn. Sebastian Obrecht vom Arbö hat ausgerechnet, dass Elektroautos im täglichen Betrieb durchschnittlich nur halb so viel kosten wie Autos mit Verbrennungsmotor: Für 100 km Reichweite muss man bei einem Golf mit Dieselmotor acht bis neun Euro Treibstoffkosten rechnen. Bei einem Elektrogolf liegen die Kosten für 100 km Reichweite bei ca. vier Euro.

Tabelle Klimaschutzbericht

ÖAMTC / ARBÖ

Zum Nachlesen: Der "ÖAMTC Expertenbericht Mobilität & Klimaschutz 2030

Beitrag aus dem „Ö3-Wecker“:

Außerdem haben E-Autos um 70 Prozent geringere Reparaturkosten, weil sie viel weniger Verschleißteile eingebaut haben als Autos mit Verbrennungsmotoren.
Rein rechnerisch kommt ein E-Golf nach 6 bis 8 Jahren schon an das vergleichbare Modell mit Verbrennungsmotor heran.
Ein großes Manko bleibt allerdings die Reichweite. Während der E-Golf ca. 230 km schafft, kommt man mit einem Verbrennungsmotor bis zu 600 km.

E-Autos im Ausland

Norwegen
Quasi ein Elektro-Autoparadies. Aufgrund massiver Förderung fährt dort fast jeder zweite Neuwagen ganz oder teilweise mit Strom. Bis 2025 soll es gar keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr in Norwegen geben. Die Buspuren sind dort bereits frei für E-Autos, da die Anzahl aber so enorm gestiegen ist, wird sich das in Zukunft aber wieder ändern, um den Busverkehr nicht komplett zu behindern.

Niederlande
Und da vor allem die Hauptstadt Amsterdam. Dort gibt es in der Stadt rund 4.000 Stromtankstellen, teilweise mit kostenlosen Ladezeiten. Wer in Amsterdam einen der begehrten Anwohnerparkplätze will, kommt auf der Warteliste mit einem E-Auto schneller nach oben.

Frankreich
Dort gibt es einen Bonus von bis zu 10.000 Euro für Kunden, die ein mehr als zehn Jahre altes Dieselauto gegen ein Elektro-Auto tauschen. Die allgemeine staatliche Ankaufsförderung liegt in Frankreich bei 6000 Euro.

Österreich liegt, was die Förderung von Elektro-Autos betrifft, übrigens ungefähr im Mittelfeld, wo wir eindeutig die Nase vorn haben ist bei der Förderung von Elektro-Dienstwägen.

„Ö3-Supersamstag“, 6. Oktober 2018 (PM/LI)