Ein Jahr #metoo: Was wurde aus Harvey Weinstein

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Ein Jahr #metoo: Was wurde aus Harvey Weinstein

Berichte über sexuelle Übergriffe des US-Filmproduzenten Harvey Weinstein haben unter dem Schlagwort #MeToo eine Debatte über Missbrauch und Sexismus ausgelöst. Sie breitete sich weltweit aus und ging über die Film- und Fernsehbranche hinaus. Was ist ein Jahr nach den Vorwürfen aus dem einst „mächtigsten Mann Hollywoods“ geworden?

Anklage wegen gravierendster Sexualdelikte

Am 5. Oktober 2017 ist der Stein ins Rollen gekommen. Erste Berichte über Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung gegen den Filmproduzenten Harvey Weinstein sind öffentlich geworden. Hunderte Frauen aus dem Filmgeschäft haben kundgetan, ebenfalls belästigt worden zu sein. Mittlerweile ist Harvey Weinstein angeklagt: Vergewaltigung, erzwungener Oralsex, sexuelle Tätlichkeiten lauten die Vorwürfe. Im Mai 2018 ist Harvey Weinstein von der New Yorker Polizei verhaftet worden, nach dem er sich der Polizei gestellt hatte.

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Fußfesseln für Weinstein

Dem 66-jährigen ist der Reisepass mittlerweile abgenommen worden. Der Antrag der Staatsanwaltschaft auf Hausarrest ist abgelehnt worden. Harvey Weinstein darf sich somit mehr oder weniger frei bewegen. Sein Bewegungsradius beschränkt sich dabei allerdings auf die beiden US-Bundesstaaten New York und Conneticut. Er trägt außerdem eine Fußfessel.

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Kinobesuch als Ablenkung

Während sich Weinstein anfangs versteckt hat und sich öffentlich nicht gezeigt hat, sieht man ihn mittlerweile hin und wieder auf den Straßen. In Conneticut, seinem aktuellen Wohnort, war er bereits mehrfach im Bow Tie Royale Theatre in Westport zu Gast. US-Medienberichten zu Folge hat er sich unter anderem den Film „Transilvania 3“ angesehen. Von dem Kinobesuch sind sogar Bilder im Internet aufgetaucht. Darauf zu sehen ist Harvey Weinstein ganz in schwarz gekleidet, die Kappe tief ins Gesicht gezogen.

Weinstein will Prozess entgehen

Der wegen Vergewaltigung angeklagte Ex-Filmproduzent Harvey Weinstein will einem drohenden Strafprozess entgehen. Weinsteins Anwalt Benjamin Brafman hat im August diesen Jahres ein fast 160 Seiten langes Schreiben bei Gericht eingereicht, das die Klage gegen Weinstein als „fehlerhaft“ zurückweist.

Eine weitere Anhörung wird in den kommenden Wochen erwartet, einen Termin für einen möglichen Prozesstermin gibt es noch nicht.

Guten Morgen Sonntag mit Martina Rupp, am 7. Oktober 2018 (VK / APA)