Garantieverlängerung - ja oder nein?

Das Weihnachtsgeschäft steht in den Startlöchern. In vielen Elektronikgeschäften heißt es dann wieder: Darfs noch eine Versicherung oder eine Garantieverlängerung dazu sein? Lohnt es sich, da „ja“ zu sagen?

Eines vorweg: Der VKI sieht es insgesamt kritisch, Versicherungen in Windeseile an der Kassa abzuschließen, und rät von Geräte-Versicherungen prinzipiell ab. Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer sehen vor allem bei Geräten unter 200 Euro mehr Kosten als Nutzen und appellieren, bei den Verträgen „genau hinzuschauen“.

Beitrag aus dem „Ö3-Wecker“:

Smartphone mit kaputtem Display

Jens Kalaene / dpa Picture Alliance / picturedesk.com

Vor diesen Fallen warnen die Experten

  • Hoher Selbstbehalt
    Du hast meist einen relativ hohen Selbstbehalt. Das hat eine Analyse des VKI ergeben. In der Regel musst du mit etwa 10 bis 30 Prozent vom Gerätepreis rechnen.
  • Neues Gerät ist eher Ausnahmefall
    Gut und gerne geben die Versicherungen - im Fall von Handys - gebrauchte Smartphones an die Versicherten aus. Und das sorge immer wieder für böse Überraschungen: „Man kriegt halt dann ein Ersatzhandy, das gleichwertig ist dem kaputten Handy. Die sind überholt worden und natürlich neu aufgesetzt, aber dennoch sind sie gebrauchte Geräte, na klar, ich hab nicht den Anspruch auf ein neues Gerät."
    Die Erklärung: Handys verlieren über die Zeit an Wert! Für ein 1000-Euro-iPhone - im Beispiel einer Standard-Versicherung von einer großen Elektrokette - gibt es nach eineinhalb Jahren nur mehr ein 700 Euro-Handy von der Versicherung.
  • Beweispflicht ohnehin erst ab sechs Monaten
    Innerhalb der ersten sechs Monate solltest Du bei Defekten ohnehin keine Probleme haben, das Gerät neu zu erhalten, sagt der Experte.
    Geht im Gerät etwas kaputt, muss nämlich grundsätzlich der Hersteller herhalten - sechs Monate nach dem Kauf geht die Beweispflicht, auf welche Art und Weise der Schaden entstanden ist, dann auf dich über.
    Juristisch heißt das: "Beweislastumkehr“.
Eine Frau schreibt eine SMS auf ihrem Smartphone

GARO / Phanie / picturedesk.com

Auf was muss ich achten beim Versichern?

  1. Risiko abschätzen
    Was könnte dein Schaden sein? Schau dir mögliche Ausnahmen der jeweiligen Versicherung an und lies unbedingt das Kleingedruckte!
    Könntest du einen Neukauf des Geräts irgendwie finanziell verkraften? Lautet deine Antwort „ja“, dann raten VKI und Arbeiterkammer ab, gerade bei kleineren Geräten, zu versichern.
  2. Rechne die Prämie hoch
    Was zahlst du wirklich insgesamt für die Versicherung, und: wie lange beträgt die Mindestlaufzeit!
  3. Setze die Gesamtprämie in Relation zum Kaufpreis
    Überlege dir dann: Zahlt sich eine Versicherung aus!? VKI-Expertin Gabi Kreindl im Ö3-Interview: „Also zehn Prozent vom Gerätepreis für eine Versicherungsprämie ist sehr hoch. Da sollte man sich vor Augen führen: Wenn man für die Autoversicherung zehn Prozent des Autopreises zahlen würde ist das auch hoch, oder: sehr überteuert.“

Der Ö3-Wecker mit Robert Kratky, 09. November 2018 (MK)