Österreichische Bundesforste

Wildtierfütterung

So überleben Wildtiere im Winter

Die derzeitigen Schneemassen stellen nicht nur für uns Menschen eine große Herausforderung dar, sondern auch für die Wildtiere. Derzeit sind Jäger und Förster besonders damit beschäftigt, die Futterkrippen in ganz Österreich zu beschicken.

Aber die guten Nachrichten: auch wenn es zu Nahrungsenpässen kommen sollte, sind die Tiere evolutionär bedingt gut an die winterlichen Witterungsbedingungen angepasst – sofern sie in ihrem Lebensraum ungestört sind.

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Wildtiere sind keine Haustiere. Im Unterschied zu Haustieren sind sie über ihre Jahrtausende währende Evolution sehr gut an die derzeitigen Wetterbedingungen angepasst. Die Wildtiere fahren im Winter ihren Energiebedarf zurück und begeben sich von hohen Lagen in Tallagen, wo sie leichter Nahrung finden können. Als Nahrung dienen ihnen grundsätzlich vorwiegend junge Bäume und Triebspitzen. Vor allem Tannen und Fichten stehen ganz oben auf dem Speiseplan. Aber auch Brombeerblätter, Sträucher und Flechten sind sehr nährreich.

Nahrungssuche im Winter

Im Ö3-Interview erzählt Pia Buchner, Pressesprecherin bei den österreichischen Bundesforsten: „Eine wichtige Nahrungsquelle sind herabhängende Äste, die die Tiere überhaupt erst bei höherer Schneelage erreichen. Das bedeutet: je höher die Schneeauflage ist, desto leichter können die Tiere die Äste auch erwischen. Außerdem sorgen starke Stürme dafür, dass viele Äste und Zweige zu Boden fallen und ein zusätzliches Nahrungsangebot darstellen.“

Futterkrippen

Derzeit sind allein bei den österreichischen Bundesforsten über 100 Jäger im Einsatz mit dem Ziel, Futterkrippen zu beschicken. Teilweise können Futterkrippen nur mit Tourenschi erreicht werden. Im Ausnahmefällen sogar per Helikopter. Gestern Freitag hat es in Salzburg zwei Helikopter-Einsätze gegeben, da man sonst das Futter nicht anders transportieren hätte können.

Ö3-Reporterin Tina Ritschl hat mit dem Berufsjäger Helmut Steiner telefoniert. Er ist derzeit in einer Jagdhütte im Rotwald in der Gemeinde Wildalpen im Bezirk Liezen, gemeinsam mit seinem Jagdhund. Dort ist er von jeglicher Zivilisation abgeschnitten, da die einzige Forststraße, die zu der Hütte führt, aufgrund von Lawinengefahr gesperrt ist. Er hat Proviant für 2 Wochen mit dabei und ist bestens versorgt. Steiner ist verantwortlich für ca. 80 Hirsche und 20 Rehe, die er 2x täglich füttert.

Futterkrippen als Lenkungsmaßnahme

Futterkrippen sind auch Lenkungsmaßnahmen. So bleiben die Tiere nämlich bei der Futtersuche in ihrem gewohnten Gebiet und landen nicht zb. auf einer Schipiste.

Ö3-Guten Morgen am Sonntag mit Martina Rupp, 02.01.2019 (TR)