Oscar

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Der Weg zur Oscar-Nominierung

Welche Filme haben top Oscar-Chancen? Der Queen-Film „Bohemian Rhapsody“, „A Star is Born“ mit Lady Gaga oder doch die Comic-Verfilmung „Black Panther“? Heute Nachmittag erfahren wir es. Dann werden die Nominierungen für die 91. Oscarverleihung am 24. Februar präsentiert. Aber wie kommen die Nominierungen überhaupt zu Stande?

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Voraussetzungen für eine Nominierung

Die Filme, die in Frage kommen für einen Oscar, müssen mindestens 40 Minuten lang sein und im vergangenen Jahr für mindestens sieben Tage lang am Stück in einem Kino in Los Angeles gelaufen sein. Das passt diesmal für genau 347 Filme.

Hollywood Sign in Los Angeles

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Wer darf Filme nominieren?

Über 8000 Mitglieder hat die Oscar Akademie (Academy of Motion Picture Arts and Sciences). Diese dürfen alle aus der Liste der fast 350 Filme auswählen, welche Filme in der Kategorie „bester Film“ nominiert werden sollen. Mindestens fünf, maximal zehn Filme kommen dann in die Kategorie „Bester Film“. Um nominiert zu werden, muss der Film mindestens fünf Prozent der Nominierungs-Stimmen bekommen. Für alle anderen Oscar-Kategorien wählen die Akademie-Mitglieder dann nur in ihrer eigenen Sparte, also z.B. alle Regisseurinnen und Regisseure nominieren den Regie-Preis.

Jessica Hausner

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Regisseurin Jessica Hausner darf bei den Oscars mitvoten

So wird nominiert

Die Wiener Regisseurin Jessica Hausner ist seit Sommer 2017 Mitglied in der Oscar Akademie. In der Nominierungswoche zwischen 7. und 14. Jänner durfte sie in den Kategorien „Bester Film“, „Bester nicht-englischsprachiger Film“ und „Beste Regie“ nominieren. In diesen drei Kategorien reihte sie die für sie besten fünf Filme von eins bis fünf. Zuvor hatte Jessica Hausner alle 347 Filme als DVD zugeschickt bekommen, sagt sie im Ö3-Interview.

Oscar Verleihung, Dolby Theatre

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Am 24. Februar geht die 91. Oscarverleihung im Dolby Theatre über die Bühne. Einen Host für die Show gibt es nach dem Eklat um Kevin Hart noch nicht

Auffallen extrem wichtig

Ob sie die knapp 350 Filme wirklich gesehen habe, die zur Wahl standen? „Die habe ich nicht alle angeschaut. Ich schaue natürlich die Filme an, von denen ich gehört habe oder die mich interessieren. Es werden auch Infos zu den Filmen mit den DVDs mitgeschickt. Und dieses Infomaterial lese ich mir schon genau durch.“ Die Film-Studios stecken sehr viel Geld ins Marketing. Es gibt auch eigene Oscar-Kampagnen, damit die Filme überhaupt auffallen und nominiert werden.

Mahershala Ali bei den Golden Globes

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Der Film „Green Book“ mit Mahershala Ali holte drei Golden Globes und darf auch mit Oscar-Nominierungen rechnen

Golden Globes als Oscar-Boost

In den USA gibt es eine „Award Season“, also eine „Zeit der Preisverleihungen“, deren Höhepunkt die Oscarverleihung ist. Ab November gibt es verschiedene Preisverleihungen im Bereich Film - etwa im Jänner die Critics’ Choice Movie Awards oder die Screen Actors Guild Awards. Diese Preise sind wichtige Anhaltspunkte für die Mitglieder der Oscar-Akademie, sagt Jessica Hausner: „Die Golden Globes spielen eine große Rolle, weil jeder der Oscars wählt, schaut sich erst einmal an wer bei den Golden Globes gewonnen hat. Das heißt dann so viel wie: Aha, die sind interessant und die schaut sich dann jeder auf jeden Fall an. Natürlich spielt das eine enorme Rolle bei der Auswahl.“

Diese Filme haben im Jänner Golden Globes geholt:
„Green Book“ räumt bei den Golden Globes ab

Filmfestspiele in Cannes

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Screening bei den Filmfestspielen in Cannes

Der Weg über Film Festivals

Die wichtigen Film-Festivals in Cannes (FR), Venedig (IT) und Toronto (CAN), sowie das Sundance in Utah (USA) und das Telluride in Colorado (USA) sind auch ein Preis-Motor. Alle Filme die in den vergangenen zehn Jahren den Oscar für den besten Film abgeräumt haben, haben auf einem dieser Film Festivals Premiere gefeiert.

Ö3-Wecker mit Robert Kratky, 22. Jänner 2019 (Max Bauer)