Freizügiges Bild am Smartphone

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Vorsicht beim Verschicken von Nacktbildern

Amazon-Chef Jeff Bezos hat öffentlich gemacht, dass er mit intimen Privatfotos erpresst wird. Das Thema „Sexting“ - also das Verschicken von Nacktfotos per Nachricht - ist aber kein Thema, das nur Promis betrifft.

Jeder vierte hat schon Nacktbilder bekommen

Unter den 12- bis 17-Jährigen hat jeder bzw. jede sechste schon einmal Nacktbilder von sich ´selbst verschickt. Das ist der Ergebnis einer sehr groß angelegte Studie von der University of Texas, die im April 2018 veröffentlicht wurde. Dabei sind Datensätze von mehr als 110.000 Teenagern verglichen worden. Etwa jeder vierte Teenager hat angegeben, schon einmal Nacktbilder zugeschickt bekommen zu haben. Die Forscherinnen haben auch herausgefunden, dass in den vergangenen Jahren “Sexting” mehr zum Thema unter Teenagern wird. Die Studienautoren empfehlen, dass die Folgen von „Sexting“ im Sexualunterricht vermittelt werden.

Ö3-Reporter Max Bauer hat sich dazu umgehört:

Frau schreibt Nachricht am Handy

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Von Erpressungen sind nicht nur Stars betroffen

Der Fall von Amazon-Boss Jeff Bezoshat kürzlich wieder klar gemacht, welche Probleme durch versendete Nacktbilder entstehen können. Bezos hat die Erpressung öffentlich gemacht, anders allerdings als die australische Sängerin Sia. Sie hat 2017 ein Bild von ihrem Po getwittert mit der Bildüberschrift: „Jemand versucht anscheinend Nacktbilder von mir an meine Fans zu verkaufen. Spart euch das Geld. Hier ist es umsonst.“

Das mit persönlichen Fotos aber nicht nur Stars erpresst werden, hat eine Studie aus Australien klar gemacht. Dort gibt jeder bzw. jede fünfte zwischen 16 und 49 an, dass sie schon einmal mit einem persönlichen Foto missbraucht worden sind.

Diese Regeln solltest du beachten

Im Ö3-Interview mit der Initiative Saferinternet sagen die Expertinnen, dass es natürlich am sicherersten wäre, überhaupt keine Nacktbilder von sich zu texten, aber auch, dass das heute eben gewissermaßen zur Sexualität von Teenagern dazugehört. Saferinternet hat allerdings eine Broschüre mit ein paar Tipps zu „Sexting“ zusammengestellt. Die wichtigsten sind:

1) Nacktbilder ohne Gesicht machen.

2) Bilder extern speichern, auf einem USB-Stick etwa und nicht in der Cloud oder auf einem Computer der am Internet hängt.

3) Rechtlicher Rahmen: Anzügliche Fotos von unter 18-Jährigen zu versenden ist strafbar. Ausnahmen gibt es wenn beide mindestens 14 Jahre alt sind und sich einvernehmlich Nacktbilder von sich selbst schicken und nicht von anderen.

Ö3-Supersamstag mit Thomas Kamenar, 9. Februar 2019 (Max Bauer)