digitales Amt

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Upgrade: So wird das Handy jetzt zum Amt

Führerschein, Wahlkarte, Zulassungsschein, Geburtsurkunde und, und, und: Die zehn Most-Wanted Amtswege kommen jetzt per App auf dein Handy, so Bundeskanzler Kurz. Am Dienstagnachmittag hat die Regierung die App „Digitales Amt“ gelauncht. Hier findest du alles, was du darüber wissen musst!

„Wer geht heute noch auf die Bankfiliale, um eine Überweisung zu tätigen? Das sind deutlich weniger Menschen als noch vor zehn Jahren. Und auch der Kontakt zwischen Staat und Bürger soll einfacher, schneller und digitaler werden.“ So präsentiert Bundeskanzler Sebastian Kurz das neueste Projekt der Bundesregierung im Interview mit Ö3-Reporter Martin Krachler.

Um die App nutzen zu können, benötigst du eine sogenannte Handy-Signatur, quasi eine digitale Unterschrift. Mehr Informationen dazu findest du am Ende dieser Story.

Die App „Digitales Amt“ ist der kleine Bruder der neuen Internetplattform oesterrich.gv.at, die alle E-Governance-Services des Staates Österreich gemeinsam mit Informationen aus den bestehenden Portalen help.gv.at, dem Unternehmensserviceportal, Rechtsinformationssystem und data.gv.at bündelt, so die Idee des Projekts.

Nach und nach solle sowohl die Plattform als auch die App um Funktionen nachgerüstet werden. Höre dir hier nach, welche Funktionen derzeit bereits verfügbar sind:

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Kurz bestellt Wahlbriefe schneller als er Zähne putzt

Dieser Behauptung ist Ö3-Reporter Martin Krachler gleich investigativ auf den Grund gegangen - und hat mit Bundeskanzler Kurz getestet, wie lange es wirklich dauert, mit der neuen App eine Wahlkarte zu ordern:

Das kommt noch alles 2019

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, die die App auch koordiniert und mitentwickelt hat, betont mehrfach, dass man sich nun erst am Anfang eines „lebenden Projektes“ befinde. Die App und das Portal würden fortan upgegradet.

Noch heuer kommen soll etwa der digitale Führerschein und diese Funktionen:

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Unser Fazit vom Schnelltest

In der Tat: Wer Online-Banking gerne nutzt und sich damit gerne auseinandersetzt, wird sich künftig wohl das Anstellen, Nummerziehen und Warten am Amt zu den Öffnungszeiten sparen.

Prinzipiell sollen sich die Amtsöffnungszeiten jedoch durch die Einführung des neuen Service nicht verändern: Hier bleibt alles beim Alten.

Margarete Schramböck, Bundesministerin für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft

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Ministerin Margarete Schramböck mit ihrem „Baby“

Schramböck: Eine Million Amtsstunden einsparen

Rund eine Million Amtsstunden sollen laut Ministerin Schramböck nun laufend durch diese Digitalisierungsmaßnahme eingespart werden, was laut Vizekanzler und Beamtenminister Heinz-Christian Strache wiederum auch bei Einsparungen bei Beamten führt, wie er gegenüber Ö3 bestätigt: „[...] dann in Zukunft, wenn es einen natürlich Abgang gibt, dass Effizienzsteigerungen in diesen Bereichen dann natürlich auch zu treffen sind. Dass man nicht jede Planstelle dann nachbesetzen wird müssen.“

Im Detail: So funktioniert es

Um auf oesterreich.gv.at Amtswege komplett online abzuwickeln, wird nur die Handy-Signatur als rechtsgültige elektronische Unterschrift im Internet benötigt. Damit können Formulare ausgefüllt und elektronisch signiert werden. Einmal über oesterreich.gv.at angemeldet, sind über „Single Sign-On“ viele weitere Services erreichbar, wie etwa das elektronische Postfach MeinPost-korb, der Familienbonus Plus-Rechner sowie die Portale FinanzOnline, Unternehmensservice-Portal, Transparenzportal und e-Tresor zum Speichern wichtiger digitaler Dokumente. Darüber hinaus wurden wichtige Amtswege nach dem Lebenslagenprinzip gestaltet, etwa jene rund um die Geburt eines Kindes, die jetzt gebündelt als „Digitaler Babypoint“ zur Verfügung stehen.

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Ebenfalls neu: Der Amts-Chatbot

Bürger, die die neuen Amtsservices und die App benützen, werden dabei von einem sogenannten Chatbot als Verwaltungsassistenten auf dem Amtsweg begleitet, der ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht. Derzeit ist er bei den Themen Reisepass-Erinnerungsservice und Handy-Signatur aktiv und wird kontinuierlich ausgebaut.

Die neue App kannst du unter diesem Link downloaden: oesterreich.gv.at

Der „Ö3-Wecker“ mit Robert Kratky, 20.03.2019 (Martin Krachler/APA)