Conchita mit Ö3-Redakteur Clemens Stadlbauer

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ESC-Finale Tel Aviv: Die glorreichen Sieben

Könnte ein fulminantes Finale werden heute Abend. Der Eurovision Song Contest in Tel Aviv wird jetzt so richtig spannend. Holland, Italien, Schweden einerseits. Australien, Russland, Schweiz andererseits. Und Madonna jenseits.

Österreich leider abseits. Wobei, ganz stimmt das ja nicht. Auch wenn es Paenda nicht ins Finale geschafft hat, wird Österreich heute würdig auf der Bühne im Convention Center von Tel Aviv vertreten sein. Conchita wird „Heroes“ singen, den Siegertitel von Mans Zelmerlöw 2015 in Wien. Außer Konkurrenz natürlich. Weil sonst gewinnt sie gleich wieder, so populär wie sie nach wie vor hier bei den Song-Contest-Fans ist. Und sie wird vielleicht Madonna persönlich treffen - Jean Paul Gaultier checkt ihr das, hat sie im Ö3-Interview verraten. Falls es tatsächlich klappen sollte, wird sie wahrscheinlich einen Nervenzusammenbruch hinlegen.

Der Ö3-Beitrag vom Ö3-Supersamstag zum Nachhören:

Conchita mit Jean-Paul Gaultier

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Conchitas Tipps

Die Niederlande, Italien und Island sind im heutigen Finale jedenfalls ihre Favoriten. Auf Hatari, die harten Jungs aus Island in ihren bizarren Sado-Maso-Outfits, steht Conchita - wenig überraschend - persönlich sehr.

Hatari ESC 2019

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Hatari (Island)

Konkrete Gewinnchancen rechnet sie aber eher dem Holländer Duncan Laurence mit seiner Powerballade „Arcade“ und dem Italiener Mahmood mit seinem gesellschaftskritischen Rap „Soldi“ aus.

Duncan Laurence ESC 2019

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Duncan Laurence (Niederlande)

Mahmood, ESC 2019

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Mahmood (Italien)

So stehen die Wettquoten

Holland und Italien sind auch die meist genannten Favoriten vieler Song-Contest-Experten hier in Tel Aviv.

Und der Schwede John Ludvik mit seinem astreinen Popsong „Too late for Love“ wird in diesen Kreisen auch ganz hoch gehandelt.

John Ludvik ESC 2019

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John Ludvik (Schweden)

Genauso wie bei den Buchmachern, wo Holland und Schweden schon seit Wochen die Top 3 der Wettquoten dominieren.

Die Australierin Kate Miller-Heidke hat sich nach ihrer spektakulären, Cirque-du-Soleil-mäßigen Performance im ersten Semifinale neuerdings auch in die Top-3 der Wettfavoriten dazu gesellt.

Kate Miller-Heidke ESC 2019

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Kate Miller-Heidke (Australien)

Und das ist gut so, denn genau solche Bühneneskapaden braucht der Song Contest, um seine schaurig-schöne Faszination weiterhin auszuüben. Beeindruckend, wie sie schwindelfrei hoch auf einer Stange daher schwebt. Schwindlig wird nur dem Publikum, wenn sie dann ihre Opernarie zu schmettern beginnt.

Auch der russische Wiederholungstäter Sergey Lazarev (Dritter beim ESC 2016 in Stockholm) fällt mit seiner Spiegelkabinett-Nummer in diese Kategorie, in der das Bild den Ton schlägt.

Sergey Lazarev ESC 2019

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Sergey Lazarev (Russland)

Und zählt damit genauso zu den hoch gehandelten Außenseitern auf einen Sieg wie der Schweizer Luca Hänni, der mit seinem Partykracher „She got me“ ordentlich die Halle aufmischt.

Luca Hänni ESC 2019

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Luca Hänni (Schweiz) bei seiner Performance im 2. Semifinale

Als er 2009 DSDS gewonnen hat, war er als Künstler noch höchst entbehrlich, aber heute muss man dem jungen Feschak zugutehalten, dass er sich musikalisch enorm weiter entwickelt hat. Das heißt aber jetzt nicht, dass ich nächstes Jahr Pietro Lombardi beim Song Contest sehen will.

Conchita mit Ö3-Redakteur Clemens Stadlbauer

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Mein persönlicher Favorit

Kommen wir zum Schluss zu meinem persönlichen Favoriten. Sorry, Aserbeidschan, das wird demnach wohl nix. Bis auf Loreen und Conchita habe ich nämlich immer verlässlich daneben getippt. Aber „Truth“ von Chingiz ist für mich die beste Popnummer des heurigen Bewerbes.

Aserbaidschan ESC 2019

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Chingiz ist der Favorit von Ö3-Reporter Clemens Stadlbauer für das ESC-Finale

Ist übrigens eine Komposition des Wiener Produzenten Boris Milanov, der auch für den maltesischen Beitrag verantwortlich zeichnet, der mir auch sehr taugt. Ein Song-Contest-Finale ohne Österreich geht eben nun mal gar nicht. Viel Spaß heute Abend bei euren Song-Contest-Partys!

Song Contest
Clemens Stadlbauer

Milenko Badzic

Aus der Ö3-Musikredaktion...

Ö3-Reporter Clemens Stadlbauer berichtet hier regelmäßig über aktuelle Trends und News aus der Musikwelt.
Neben seiner Arbeit bei Ö3 hat er fünf Bücher veröffentlicht, darunter den Bestseller „Quotenkiller“. Stadlbauer ist verheiratet und Vater einer Tochter.

Der Ö3-Supersamstag mit Thomas Kamenar, vom 18. Mai 2019