Der Arzt der Sportstars

Christian Fink ist DER Spezialist für prominente Knie. Im Sanatorium Hochrum operiert er regelmäßige verletzte Superstars. Ö3-Reporter Wolfgang Böhmer hat den Chirurgen zum Interview getroffen.

Seine Beine sind angeblich zwischen 100 und 150 Millionen Euro wert. Manchester-City-Star Leroy Sané hat sich das Kreuzband gerissen und hat sich, wie so viele Sportler vor ihm, am Sonntag um 22 Uhr bei Christian Fink im Sanatorium Hochrum unters Messer gelegt. Seit Jahren operiert Fink zusammen mit Christian Hoser praktisch alle knieverletzten Skistars, von Aksel Lund Svindal über Lindsey Vonn bis zu Anna Veith. Zuletzt kommen aber auch immer mehr Fußballstars zu Fink, so hat er Lucas Hernández und Corentin Tolisso von Bayern München am Knie operiert, jetzt eben den deutschen Superstar Sané.

Der Ö3-Wecker-Betrag zum Nachhören:

Dr. Christian Fink

gelenkpunkt.com

Druck im Job: Der Schnitt in ein Knie, das mehr als 100 Millionen wert sein soll

Druck im Job ist Fink gewohnt, aber manchmal kommt einiges zusammen: Am Sonntag hat Fink noch ÖSV-Star Steffi Brunner, ebenfalls mit Kreuzbandriss, am OP-Tisch, zu später Stunde dann den Fußball-Megastar. Im Augenblick der OP ist jedes Knie gleich, sagt Fink der zusammen mit Hoser jährlich rund 300 Kreuzbänder versorgt. Aber vor und nach der OP kommen einem schon ziemlich viele Gedanken. Viel nachdenken darf man dabei nicht, und man hat schon mal eine unruhige Nacht davor. Jeder, der sagt, das lässt einen vollkommen kalt, der lügt.

Das schlimmste ist, wenn man glaubt, etwas besonders gut oder anders machen zu müssen. Oft ist man auch emotional involviert, wenn man, so wie etwa bei Steffi Brunner, eine Sportlerin gut kennt, immer wieder operieren muss und schon wieder etwas passiert. Das alles blendet man aus, sobald die OP beginnt, und versucht so routiniert wie möglich vorzugehen.

Gewaltige Erwartungshaltungen

Natürlich ist die Erwartungshaltung der Sportstars, die teilweise um die halbe Welt fliegen, um sich bei Fink und Hoser operieren zu lassen, groß. Aber man muss immer sagen, dass jede OP ein Risiko birgt, so Christian Fink. Es kann immer Komplikationen geben, dazu muss die Therapie ideal passen. Die Erwartungen sind natürlich enorm, aber Wunder kann keiner vollbringen. Was auch zum Job gehört: Spekulationen und dutzende Kommentare von selbsternannten Fachleuten in Medien, die erklären, was die Ärzte anders bzw. besser machen hätten können. Aber da muss man realistisch sein und am besten auch mal nichts lesen, was in Medien über sein Handwerk zu lesen ist, schmunzelt Fink.

„Ö3-Wecker“ mit Philipp Hansa, 20. August 2019 (Wolfgang Böhmer)