Herzmassage an einer Übungspuppe bei einem Erste-Hilfe-Kurs.

Friso Gentsch / dpa / picturedesk.com

Fünf Erste-Hilfe-Mythen aufgeklärt

„Einem verunglückten Motorradfahrer darf der Helm auf keinen Fall abgenommen werden!“ Oder: „Bei einem Fehler werde ich verklagt!“ Keine Angst bei Erster Hilfe - wir räumen mit fünf Mythen rund um dieses Thema auf.

Mythos 1: „Ich muss bei Unfällen sofort 200 Meter zurücklaufen und absichern.“

Nein! Am Fahrbahnrand stehenbleiben, für die eigene Sicherheit Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen, dann aussteigen und das Warndreieck so aufstellen, dass kommende Fahrzeuge rechtzeitige gewarnt werden und ausweichen können! Der Abstand muss ausreichend sein, je nach Sichtverhältnissen.

Mythos 2: „Den Helm nicht abnehmen, weil dann der Kopf auseinanderfallen könnte oder das Genick bricht.“

Falsch! Der Verletzte entscheidet, ob er den Helm abnehmen will oder nicht. Falls der Verletzte nicht reagiert, dann muss der Helfer den Helm abnehmen, damit der Verletzte atmen kann. Abnehmen funktioniert einfach - genauso wie das Aufsetzen, nur verkehrt herum!

Screenshot Samariter App

Karina Trauner/Hitradio Ö3

Mythos 3: „Ein Verletzter darf nicht im Auto sitzenbleiben.“

Falsch! Natürlich dürfen Verletzte sitzenbleiben. Nur in absoluten Ausnahmefällen, wenn das Auto gefährlich mitten auf der Straße steht oder jemand bewusstlos ist, geht das nicht! Rettungskräfte sind geschult, um Verletzte, die nicht selbst aussteigen können, schonend aus Fahrzeugen zu retten.

Mythos 4: „Beim Wiederbeleben darf ich nur so fest drücken, dass auf keinen Fall Rippen brechen.“

Du musst schnell und kräftig drücken ohne zu zögern, dann hat der Verletzte eine Chance. Rippen brechen selten, und falls doch, zählt vorrangig die Chance zu überleben und die Rippen sind „Problem Nummer 117".

Mythos 5: „Wenn ich es falsch mache, werde ich verklagt.“

Nein, sofort handeln! Es gibt keinen einzigen Fall in Österreich, bei dem jemand wegen falscher Erste-Hilfe-Leistung verklagt wurde, aber zahlreiche Klagen wegen unterlassener Hilfeleistung.

Paradebeispiel für Erste Hilfe

Ö3-Hörer Michael ist an einem Unfall mit einem Mopedfahrer beteiligt gewesen. Was dann passiert ist, hat ihn sprachlos zurückgelassen. In der Rubrik „Sag was Nettes“ hat er Ö3-Moderatorin Kati Bellowitsch erzählt, wie toll bei dem Unfall geholfen worden ist:

„Willkommen in der Hillerei“ mit Gabi Hiller, 14. November 2019