Lernsieg-App

Lukas Beck

Lehrerbewertungs-App „Lernsieg“ polarisiert

Schülerinnen und Schüler können ab heute mit „Lernsieg“ ihre Lehrerinnen und Lehrer bewerten. Ähnlich wie beim Schulnotensystem gibt es Bewertungen von „sehr gut“ bis zu „nicht genügend“. Die Bewertung erfolgt in Form von Sternen. Die Lehrergewerkschaft will ein Verbot für die App erwirken.

125.000 österreichische Lehrer stehen durch diese App vor einer Veränderung. Schülerinnen und Schüler können durch die App „Lernsieg“ künftig Leistungen anonym und kostenlos bewerten können.

Kategorien wie Fairness, Pünktlichkeit, Kantine

Lernsieg heißt die neue App, deren Gründer ist der 17-jährige Benjamin Hadrigan. Schon mit 14 Jahren hat er als Schulsprecher an einem Gymnasium eine Art der Lehrerbewertung einführen wollen, durchgegangen ist es damals nicht.

Am Freitag ist seine App gestartet, durch die Lehrerinnen und Lehrer, aber auch die Schulen in unterschiedlichen Kategorien (etwa Fairness, Geduld oder Motivationsfähigkeit) bewertet werden können.

Ö3-Reporterin Veronika Kratochwil war bei der App-Präsentation und hat mit dem 17-jährigen Erfinder gesprochen:

Lernsieg: Mit dieser App werden Lehrer bewertet

Hitradio Ö3

Bildungssystem soll transparenter werden

„Durch die App wird das Bildungssystem transpartener und fairer“, argumentiert der Erfinder der App. Engagierte Lehrerinnen und Lehrer würden durch die App verdient positives Feedback erhalten, Lehrer mit schlechten Bewertungen bekämen durch die App die Möglichkeit ihre Schwächen zu erkennen, so Hadrigan im Ö3-Interview mit Veronika Kratochwil.

Lernsieg-App

Lukas Beck

Die Lehrerinnen und Lehrer haben aufgrund der Bewertungen dann eine Gesamtnote von beispielsweise 4,8 Sternen

Auch Schulen können Sternebewertung erhalten

Neben der Lehrern können Schüler auch ihre Schule bewerten, in Kategorien wie Lehrerangebot, neue Medien, Sauberkeit, Sportstätten. Sogar „Friday for Future“ spielt bei der Bewertung eine Rolle. Hierfür gibt es eine eigenen Kategorie, inwiefern die Schule „Friday for Future“ unterstützt.

Dadurch soll es Eltern künftig leichter möglich sein, die passende Schule für die Kinder zu finden, erklärt Hadrigan. In der App werden in einem Ranking die jeweils besten 10 Schulen in Deutschland und Österreich angezeigt.

Lehrergewerkschaft will sich wehren

Die Lehrergewerkschaft hat die Idee der Lehrerbewertung bereits 2018 als „populistisch“ gesehen, als im Parlament grünes Licht für eine anonyme Bewertung gegeben worden ist. Eingeführt ist sie im Anschluss nicht geworden.

Jetzt, wo Benjamin Hadrigan seine neue App präsentiert, ist der Gegenwind der Lehrergewerkschaft groß. Sie wolle mit allen Mitteln versuchen, diese App zu verhindern.

„Ö3-Supersamstag“ mit Thomas Kamenar, 16. November 2019 (VK)