Regisseur Quentin Tarantino, die Schauspieler Brad Pitt und Leonardo DiCaprio posieren nachdem "Once Upon a Time in Hollywood" den Preis für die beste Komödie bei den Golden Globes 2020 gewonnen hat

FREDERIC J. BROWN / AFP / picturedesk.com

„1917“ und „Once Upon a Time in Hollywood“ als beste Filme

In der Nacht auf Montag sind in Beverly Hills die 77. Golden Globes über die Bühne gegangen. Mit gewohnt bissigen Moderationen von Host Ricky Gervais und mit den meisten Preisen für Once Upon a Time in Hollywood.

Drei Preise für Tarantino Streifen

Die meisten Preise holt sich Quentin Tarantinos „Once Upon a Time in Hollywood“: Beste Komödie, bestes Drehbuch und Brad Pitt als bester Nebendarsteller. Genau die selbe Kombination an Preisen bekam vor einem Jahr „Green Book“ - der Film, der dann auch bester Film bei den Oscars wurde.

Zwei Golden Globes hat es außerdem für „1917“ (bestes Drama, beste Regie), „Joker“ (bester Hauptdarsteller in einem Drama, beste Filmmusik) und „Rocketman" (bester Hauptdarsteller in einer Komödie, bester Filmsong“) gegeben.

Dämpfer für Netflix

Komplett leer ausgegangen ist „The Irishman“ von Martin Scorsese (5 Nominierungen). Für das Beziehungsdrama „Marriage Story“ (6 Nominierungen) gibt es nur einen Preis. Bei den Golden Globes gibt es auch Auszeichnungen für die besten Serien und in beiden Sparten hat es im Vorfeld zusammen 34 Nominierungen für Netflix-Produktionen gegeben. Zwei Preise sind es am Ende geworden: Laura Dern holt sich den Preis als beste Nebendarstellerin in „Marriage Story“, Olivia Coldman den Golden Globe für ihre Rolle als Queen Elisabeth in der Serie „The Crown“.

Bestes Filmdrama

  • „1917“ - HIER geht’s zum Trailer

Beste Komödie/Musical

  • „Once Upon a Time in Hollywood“ - HIER geht’s zur Movie Minute

Bester Schauspieler Filmdrama

  • Joaquin Phoenix („Joker“) - HIER geht’s zur Movie Minute

Beste Schauspielerin Filmdrama

  • Renée Zellweger („Judy“)

Bester Schauspieler Komödie/Musical

  • Taron Egerton („Rocketman“) - HIER geht’s zur Movie Minute

Beste Schauspielerin Komödie/Musical

  • Awkwafina („The Farewell“)

Bester Nebendarsteller

  • Brad Pitt („Once Upon a Time in Hollywood“)

Beste Nebendarstellerin

  • Laura Dern („Marriage Story“)

Beste Regie

  • Sam Mendes („1917“)

Bestes Drehbuch

  • Quentin Tarantino („Once Upon a Time in Hollywood“)

Bester nicht-englischsprachiger Film

  • „Parasite“ (Südkorea)

Bester Anmiationsfilm

  • Mister Link - Ein fellig verrücktes Abenteuer („Missing Link“)

Bester Filmsong

  • „I’m Gonna Love Me Again“ von Elton Johnaus „Rocketman“

TV-Preise an „Succession“, „Fleabag“, "Chernobyl

Bei den Golden Globes in Los Angeles hat es in den Fernsehkategorien ungewöhnlich viele Preisträger gegeben, die nicht aus den USA stammen. Zwei Preise gingen in der Nacht auf Montag in Los Angeles an das opulente Familiendrama „Succession“ über einen alternden TV-Mogul (beste Dramaserie, bester Hauptdarsteller einer Dramaserie). Die von HBO produzierte US-Serie ist in unserem Breiten beim Sender Sky Atlantic HD zu sehen.

In der Comedy-Kategorie gewann BBCs „Fleabag“ als beste Serie. Deren Autorin Phoebe Waller-Bridge spielt darin eine einsame Großstädterin. Die Londonerin gewann auch den Preis als beste Hauptdarstellerin in einer Comedy-Serie. Bei uns erschien „Fleabag“ bei Amazon.

Beste Mini-Serie wurde das US-amerikanisch-britische Atomkatastrophendrama „Chernobyl“ von HBO (Sky). Der Schwede Stellan Skarsgard gewann darin für seine Verkörperung eines sowjetischen Politikers den Preis als bester männlicher Nebendarsteller.

Beste Drama-Serie

  • „Succession“ - HBO

Beste TV-Komödie

  • „Fleabag“ - Amazon Studios

Bester Mehrteiler oder TV-Film

  • „Chernobyl“ - HBO

Klimawandel als Top-Thema in den Reden

Für einen der bewegendsten Momente sorgte Russell Crowe - in Abwesenheit: Der Schauspieler nahm seinen Preis nicht persönlich entgegen, weil er wegen der verheerenden Buschbrände in seiner Heimat Australien geblieben war. In seiner Botschaft an die Golden-Globe-Gemeinde hieß es: „Machen Sie keinen Fehler, die Tragödie, die sich in Australien abspielt, hat mit dem Klimawandel zu tun.“

Ricky Gervais moderiert gewohnt bissig

Zum fünften Mal stand Ricky Gervais als Gastgeber auf der Bühne. Der britische Komiker und Schauspieler ist dafür bekannt, dass er Stars scharfzüngig verarscht. "Es war ein großes Jahr für Pädophilie-Filme, „Surviving R. Kelly“, „Leaving Neverland“, „The Two Popes"“, sagte Gervais zu Beginn der Verleihung zu Filmen über R. Kelly, Michael Jackson und die Katholische Kirche. Als einige der Anwesenden darüber das Gesicht verzogen, sagte der Brite: „Haltet den Mund! Ist mir egal“.

Zur Serie „Morning Show“, die beim Streamingdienst Apple+ läuft, bemerkte Gervais: „Ein fantastisches Drama darüber, wie wichtig es ist, Würde zu bewahren und das Richtige zu tun - gemacht von einer Firma, die in China Sweatshops betreibt.“ Apple-Vorstandschef Tim Cook war ebenfalls im Saal und wahrte ein ruhiges Gesicht.

Die Verleihungszeremonie fand bei einem Gala-Dinner in Beverly Hills statt, die Show ist traditionell lockerer als die Oscar-Vergabe. Über die Gewinner entscheidet eine Gruppe von knapp 100 internationalen Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten - die „Hollywood Foreign Press Association“.

„Der Ö3-Wecker in den Weihnachtsferien“ mit Sandra König, 6. Jänner 2020 (dpa/apa/afp/Max Bauer)