Quadrocopter im Flug

HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com

Drohnen: Das ist erlaubt - das nicht

Noch nie hat es in Österreich so viele Drohnen gegeben: 100.000 - davon gehen Experten in ihren Schätzungen aus. Der Großteil davon fliegt laut Austro Control schwarz, nur ein Bruchteil davon ist registriert.

So viele Drohnen wie heuer sind noch nie unter dem Christbaum gelegen - das hat ein Ö3-Rundruf bei den großen Elektrohändlern in Österreich ergeben. Speziell Kameradrohnen waren im Weihnachtsgeschäft top-trendy, einige Verkäufer berichten sogar von Engpässen. Aber die wenigsten Käufer kennen sich mit den gesetzlichen Bestimmungen aus und sind sich ihrer Verantwortung bewusst, ärgert sich Markus Pohanka von der Austro Control, der österreichischen Luftraumüberwachung im Ö3-Interview.

Der Unterschied: „leichte“ vs „schwere“ Drohne

Bei kleinen handelsüblichen Spielzeug- und Kameradrohnen unterscheidet das Gesetz prinzipiell zwischen zwei Typen: Zu den „leichten Geräten“ zählen Drohnen mit einem Gewicht unter 250 Gramm, darunter fallen etliche Spielzeugdrohnen.
Alle Drohnen, die schwerer als 250 Gramm sind, fallen unter die „schweren Geräte“ und haben andere Bestimmungen.

Wo eine Drohne in Österreich überhaupt fliegen darf

Der Spielraum beziehungsweise Flugraum, den du als Drohnenbesitzer/in hast, ist in Österreich prinzipiell sehr eng gesteckt.

Du darfst mit deiner Drohne... (Auszug)

  • ... nicht über Menschenansammlungen fliegen
  • ... nicht über sensible Gebiete, wie etwa Krankenhäuser oder Wildgebiete fliegen
  • ... nicht in der Nähe von Flugplätzen oder Militärgebieten fliegen
  • ... nicht über das Grundstück von deinem Nachbarn fliegen (außer, er hat dir vorher seine ausdrückliche Zustimmung erklärt)
  • ... nicht bei Dunkelheit fliegen
  • ... nicht über gefährliches Industriegebiet fliegen
  • ... nur auf Sicht fliegen
  • ... nur so fliegen, dass du sie jederzeit sicher landen kannst

Pro-Tipp: Um auf Nummer sicher zu gehen, checkst du vor dem Abheben mit der kostenlosen Austro Control-App, ob überhaupt und wie hoch du an deinem Standort fliegen darfst.

Wenn die Drohne unter 250 Gramm wiegt...

  • ... darfst du damit derzeit maximal 30 Meter hoch fliegen
  • ... darfst nur auf Sicht fliegen
  • ... solltest du auch nicht auf die geltenden Ruhezeiten vergessen und vor dem Start abwägen, ob sich jemand in deiner Umgebung durch deine Drohne (lärm-) belästigt fühlen könnte

Wenn die Drohne über 250 Gramm wiegt...

(das betrifft die meisten aller Drohnen mit Kamera)

  • ... musst du auf jeden Fall vor dem Start bei der Austro Control vorher um eine Bewilligung ansuchen. Das kostet etwa 300-400 Euro, und ist alle zwei Jahre neu anzusuchen.*
  • ... brauchst eine Haftpflichtversichung
  • ... darfst über keine Menschensammlungen fliegen
  • ... nicht über 150 Meter hoch fliegen
  • ... musst die Drohne jedenfalls auf Sicht fliegen

*ab 01.07.2020 tritt ein novelliertes EU-Drohnengesetz in Kraft. Dann genügt eine Registrierung mit Online-Kurs und eine Gebühr von 25 Euro.

Wer nicht anmeldet, zahlt bis zu 22.000 Euro

Das Fliegen mit einer genehmigungspflichtigen Drohne ohne vorherige Bewilligung durch die Austro Control kann mit einer Strafe von bis zu 22.000 Euro enden.

„Der Ö3-Wecker“ mit Robert Kratky, 09. Jänner 2020
(MK)