Einsiedelei Saalfelden außen

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Einsiedelei sucht Eremit

Mit dieser ungewöhnlichen Jobdescription hofft die Pfarre Saalfelden am Steinernen Meer auf einen Kandidaten für das Leben in Einsamkeit.

Der Job ist nicht alltäglich und auch nicht leicht zu schaffen. Die 350 Jahre alte Einsiedelei ist für gewöhnlich von April bis November bewohnt. Während der Wintermonate ist das Leben dort nicht möglich.
In den letzten drei Jahren hat der Belgier Stan Vanuytrecht die Klause bewohnt, aber sein Gesundheitszustand erlaubt keine weitere Saison. Außerdem habe er die Möglichkeit ein Priesterstudium zu absolvieren.
Gefallen hat es ihm offenbar, in einem Brief an das Pfarramt bedankte er sich „für die wundervolle Zeit bei den Menschen in Saalfelden“.

Einsiedelei innen

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Gefestigte Person mit handwerklichem Geschick

Jetzt wird ein Nachfolger gesucht. Und der sollte hart im Nehmen sein. Dechant Alois Moser beschreibt den Job folgendermaßen:
„Der Einsiedler muss eine gefestigte Person sein, die sowohl mit der Einsamkeit in den Abend- und Nachtstunden als auch mit den vielen Menschen, welche die Einsiedelei tagsüber besuchen, gut umgehen kann. Das Leben in einer Klause am Berg - ohne Strom, Zentralheizung und fließendes Wasser - erfordert Genügsamkeit, eine gute körperliche Verfassung und handwerkliches Geschick.“

Kapelle

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350-jährige Geschichte

Die natürliche Felshöhle oberhalb von Schloss Lichtenberg wurde im 17. Jahrhundert zu einer Kapelle ausgebaut. Als Unterkunft errichtete der damalige Einsiedler Thomas Pichler eine Klause im Fels am Palfen. Die Einsiedelei in Saalfelden feierte im September 2014 ihr 350-jähriges Bestehen. Sie ist eine der wenigen in Mitteleuropa, die noch von Eremiten bewohnt wird. Dort wird seit dem 16. Jahrhundert das Bildnis des Heiligen Georgs, des Schutzpatrons der Tiere, verehrt.

Interessenten können sich per Brief im Pfarramt Saalfelden, Lofererstraße 11, 5760 Saalfelden, melden.

(APA)