Skitour in den Kitzbühler Alpen

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Skitourengehen: Das musst du unbedingt dabei haben

Viele begeisterte Bergsportler haben diesen Winter mit dem Skitourengehen angefangen. Kein ungefährlicher Sport. Die richtige Ausrüstung kann im schlimmsten Fall zwischen Leben und Tod entscheiden.

Sportartikelhersteller verkaufen enorm viele Skitouren-Sets und die Skitouren-Foren platzen online vor Anfragen. Immer mehr Menschen beginnen mit dem Skitourengehen, denn speziell in Zeiten der Pandemie ist das Skitourengehen eine gute Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen. Doch einige Sportler sparen bei der Ausrüstung und sind nicht ausreichend informiert, beklagt der Österreichische Alpenverein im Ö3-Interview und gibt Tipps für die Neueinsteiger.

Ohne LVS-Gerät hat man kaum eine Chance

Skitourengehen

JAKOB GRUBER / APA / picturedesk.com

Ski, Schuh, Bindung, Felle und Stöcke gehören zur Grundausstattung des Sports. Aber ohne Lawinen-Notfallausrüstung sollte niemand ins Gelände fahren, sagt Gerhard Mössmer „Dazu gehören LVS-Gerät, Schaufel, Sonde, Erste-Hilfe-Paket sowie ein Handy mit vollem Akku“, so der Experte. Auf die Frage, wie hoch die Überlebenschance sei, wenn man ohne LVS-Gerät in eine Lawine gerät findet er klare Worte: „Das muss man ganz offen und ehrlich sagen. Ohne LVS-Gerät am Körper stehen die Chancen ganz schlecht“.

Umgang mit der Ausrüstung essentiell

Die Lawinen-Notfallausrüstung macht nur dann Sinn, wenn man sie auch richtig einsetzen kann. Viele Skitourengeher haben das Equipment zwar dabei, können jedoch im Falle eines Unglücks nicht schnell genug agieren. „Da kommt dann natürlich auch die Komponente Stress dazu und dann ist man schnell überfordert“, erzählt Mössmer.

Skitourengehen

JAKOB GRUBER / APA / picturedesk.com

Vor einer gemeinsamen Tour sollte man sich sicher sein, dass der Tourenpartner auch mit dem Gerät vertraut ist. „Wenn ich merke er oder sie kann mich nicht schnell genug retten, dann muss ich mir entweder wen anderen suchen oder eine sichere Pistentour gehen“, mahnt der Experte des Alpenverein.

Wer eine Lawine auslöst, soll das bitte melden

Eine Lawine auszulösen ist keine Staftat. Demnach sollte kein Freerider oder Tourengeher Sorge haben, im Falle eines ausgelösten Schneebrett oder einer Lawine, diese zu melden. Im Gegenteil, sagt Mössmer. „Es ist nicht cool, wenn man eine Lawine auslöst und sich dann aus dem Staub macht“. Darauf weist der Alpenverein, genauso wie einige Lawinenwarndieste auf Social Media hin.

Nachkommende Skifahrer oder Snowboarder, die einen Lawinenabgang wenig später bemerken, könnten einen Notruf tätigen und die Rettungskette wird in Gang gesetzt. „Und dann bist du stundenlang am sondieren und suchen, am Ende für nix“, klagt der Experte für Bergsport beim Alpenverein. „Wir machen das ja alle gern und wollen immer helfen. Aber auch als Bergretter muss ich sagen, wenn es am Ende für nix ist, dann mach ich auch lieber was anderes“, so Mössmer im Ö3-Interview mit Veronika Kratochwil.

Müll muss wieder mitgenommen werden

Besonders der viele Müll regt viele Skitourengeher auf. Der Großteil nimmt seinen Müll wieder mit hinunter vom Berg, aber dennoch gäbe es immer schwarze Schafe. „Da muss man halt den Hausverstand einschalten und der wird einem sagen, dass man den Müll vom Berg wieder mitnehmen muss“, erklärt Gerhard Mössmer. Leider sei es zu beobachten, dass überall dort, wo eine größere Anzahl an Menschen Touren gehen, Komplikationen auftreten.

Ö3-Supersamstag mit Tom Filzer, 23. Jänner 2021 (VK)