Salat wird gewaschen

ORF

Super-Gau in Tschernobyl: Salat darf wieder verkauft werden

Erstaunlich, was in Österreich und der Welt im Laufe der Zeit so alles passiert und woran man sich oft nur noch vage und schemenhaft erinnern kann. Ö3 dreht virtuell am Rad der Zeit und bringt dich zurück an die Orte der großen Weltpolitik, der schrecklichen Katastrophen, aber auch der unglaublich schönen Momente. Steig ein und fiebere mit, wenn wir mit Ö3 entspannt durch die Zeit reisen.

Von und mit Norbert Ivanek

Am 20. Mai 1986 ist halb Europa radioaktiv verstrahlt. Und das über drei Wochen nach dem Super- Gau im Atomkraftwerk Tschernobyl am 26. April, den die Sowjetunion tagelang verschwiegen hatte und der erst von finnischen Behörden entdeckt worden war, die plötzlich massiv erhöhte Strahlenwerte gemessen hatten. Trotzdem nimmt jetzt die Radioaktivität insgesamt langsam ab und das Gesundheitsministerium in Österreich gibt eine erste vorsichtige Entwarnung, hören wir in den Ö3-Nachrichten.

„Nach dem weiteren Rückgang der radioaktiven Strahlung hat das Gesundheitsministerium seinen Verkaufsverbot für Freilandsalat grundsätzlich aufgehoben. Es wird jedoch ausdrücklich empfohlen, die äußeren Blätter zu entfernen und den Salat mehrfach gründlich zu waschen. Der Verkauf von Freiland Spinat bleibt verboten.“

Das Ö3-Zeitreisevideo des Tages:

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20 Jahre später, am 20. Mai 2006, also heute vor genau 16 Jahren sind’s wieder die Finnen, die von sich reden machen, diesmal aber in Sachen Musik. Es ist Sonntag und Finale des Eurovision Songcontests in Athen. Völlig überraschend gewinnt die finnische Hardrockband Lordi. Im Ö3-Wecker-Interview dann gibt sich Mr. Lordi, der eigentlich Tomi Petteri Putaansuu heißt, aber ziemlich unbeeindruckt. „Das klingt jetzt vielleicht schwach“, sagt er, „aber das war für doch nur ein Gig unter vielen. Dieser ganze Eurovisions- Gewinnwahnsinn ist sicher nicht in den Top 10 meiner glamourösen Karriere.“

Lordi feiern Song Contest Sieg 2006 in Athen

ARIS MESSINIS / AFP / picturedesk.com

(„To be honest, I’m like, well, that was… I really don’t have any special feelings about that. It’s it was, you know, I know it sounds really lame, but it was just one gig amongst the others for us. The whole Eurovision victory and all the things… we were probably the only people in the world, or at least in Finland who don’t care that much about it. It was like, yeah, I think that that is not the moment that I, when I’m old and sitting in the in the rocking chair at a retirement home, that is probably not the moment I remember. I remember all the other moments. I remember that that is not in my top ten moments of glorious career.”)


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Norbert Ivanek ist der Ö3-Zeitreiseleiter:

Norb in Venice

Norbert Ivanek

Ö3-Redakteur Norbert Ivanek

Gefühlvoll wühlt er sich täglich durch knapp 55 Jahre Ö3-Archiv und findet Erstaunliches, Interessantes aber auch Überraschendes. Die Ö3-Zeitreise entführt dich in die Höhen und Tiefen des Lebens, in glückliche und traurigere Momente, in absolute Highlights und tiefschwarze Nullpunkte. Ö3 war und ist für dich immer mit dabei mitten im Geschehen und direkt am Puls der Zeit.

„Ö3 am Vormittag“ mit Kati Bellowitsch, 20. Mai 2022 (NI)