Polizei

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Boomende Betrugsmasche: Falsche Polizisten

Einbrüche in Österreich gehen zurück, dafür explodieren die Zahlen an Telefonbetrügereien. Täglich verlieren meist ältere Menschen praktisch ihre gesamten Ersparnisse an die gut organisierten Banden und das trotz vieler Warnungen. Mit altmodischen Flyern versucht die Polizei jetzt ältere Menschen besser zu informieren und zu schützen. Gefragt ist aber jeder von uns.

Jung schützt Alt

Es ist ganz bewusst ein Flyer, den man den Großeltern oder der alleinstehenden Nachbarin in die Hand drücken kann, sagt Hans-Peter Seewald, Leiter der Kriminalprävention in Tirol. In den kommenden Tagen liegt der Flyer in allen Gemeinden aber auch Polizeiinspektionen auf. Die wichtigste Botschaft: Polizei, Richter, Staatsanwälte – denn als sie geben sich die Betrüger oft aus - fordern niemals Geld oder wollen etwas über ihr Vermögen wissen oder holen es gar ab, warnt Seewald.

Die Lügen

Die häufigsten Lügen, die den älteren Menschen erzählt werden, um sie in Panik zu versetzen, sie emotional so zu belasten, dass die weniger nachdenken.

  • Eine nah verwandte Person ist in einem Verkehrsunfall verwickelt und befindet sich in Haft. Man muss Kaution zahlen.
  • Die Polizei hat Einbrecher oder Räuber im Umfeld festgenommen. Zum Schutz soll nun Ihr Vermögen oder Geld durch die Polizei mitgenommen oder aufbewahrt werden.
  • Bankangestellte sind in kriminellen Machenschaften verwickelt. Sie sollen Bargeld am Bankschalter abheben und der Polizei zur Sicherung von Fingerabdrücken übergeben.
Flyer Betrugsmasche falsche Polizisten

BMI

Die Betrüger

Die Banden sind gut organisiert, professionell aufgestellt. ID Experten hacken Nummern, so können Anrufe oft sogar mit der Nummer der Polizei am Display von Betroffenen aufscheinen.

Der „Filter“: Er wählt täglich bis zu 200 Telefonnummern. Filtert heraus, ob jemand abhebt, wie die Stimme klingt, alt oder jung. Hebt ein potenzielles Opfer ab, geht der Anruf sofort an den sogenannten „Abschließer“.

Der „Abschließer“ verwickelt das Opfer in ein Gespräch, gibt sich als Polizist, als Staatsanwalt, als Richter aus. Entwickelt eine Geschichte. Angebliche Unfälle von Kindern im Ausland, oder sonstige Notsituationen, fordert Kaution in Bar. Untermalt nicht selten mit weinenden Stimmen im Hintergrund oder dem Geräusch des Polizeifunks. Das Gespräch geht oft auch über Stunden. Der Betrüger will so verhindern, dass die älteren Menschen bei Verwandten nachfragen. Dabei appellieren die Täter an die Liebe der Opfer zu ihren Kindern, spielen mit diesen Ängsten, nutzen dazu das Vertrauen aus, das viele Menschen in die Polizei oder in Richter haben.

Der „Abholer“ holt im letzten Schritt das Geld oder die Wertgegenstände vom Opfer vor Ort ab.

Jung hilft Alt

Wer seine Großeltern oder andere ältere Menschen schützen will, sollte immer mal wieder auf diese Gefahr hinweisen, mit ihnen über die Masche der Betrüger sprechen und den Menschen auch den Mut geben, bei derartigen Anrufen aufzulegen.

Links:
Watchlist-Internet
Flyer Polizei

Der Ö3-„Wecker“, mit Robert Kratky, 25. Jänner 2023 (WB)